Die Preise für Benzin und Diesel werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Dennoch entscheiden sich nur wenige Deutsche für ein Elektroauto. Der Handel fordert mehr politische Unterstützung.
Inhaltsverzeichnis:
- Arne Joswig warnt vor steigenden Kosten
- Absatz von Elektroautos in Deutschland stark rückläufig
- Forderungen an die Politik
Arne Joswig warnt vor steigenden Kosten
Der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Arne Joswig, betont die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung von Elektrofahrzeugen und CO₂-neutralen Kraftstoffen. Er warnt, dass der CO₂-Preis bis 2030 drastisch steigen könnte, falls die Elektromobilität nicht stärker gefördert wird.
Dies könnte Kraftstoffpreise von bis zu 2,50 Euro pro Liter bedeuten, was für viele Bürger erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringen würde.
Die Politik sei gefordert, Lösungen zu entwickeln, um die Mobilität für alle sozialen Schichten bezahlbar zu halten, ohne die Klimaziele zu gefährden. Neben Elektroautos sieht Joswig auch Wasserstofffahrzeuge und synthetische Kraftstoffe als vielversprechende Alternativen, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Allerdings seien Wasserstoffautos noch nicht weit verbreitet, und die industrielle Produktion synthetischer Kraftstoffe stecke noch in den Kinderschuhen.
Absatz von Elektroautos in Deutschland stark rückläufig
Im Jahr 2024 ging der Verkauf von Elektrofahrzeugen in Deutschland um mehr als 25 % zurück. Dies zeigt, dass viele Verbraucher weiterhin skeptisch sind.
Gründe dafür sind hohe Anschaffungskosten, eine begrenzte Ladeinfrastruktur und Unsicherheiten bezüglich staatlicher Förderungen.
Eine Umfrage unter 690 Autohändlern ergab, dass die Aussichten für Elektroautos auch im Jahr 2025 wenig optimistisch sind. Drei Viertel der befragten Händler gaben an, dass die Bestellungen von Privatkunden schlechter oder sogar deutlich schlechter als im Vorjahr ausfallen.
Besonders betroffen ist der private Sektor, da viele Verbraucher aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten von einer Anschaffung absehen.
Forderungen an die Politik
Angesichts der aktuellen Entwicklungen fordert die Automobilbranche verstärkte Maßnahmen zur Förderung von emissionsfreien Fahrzeugen.
Neben finanziellen Anreizen für den Kauf von Elektroautos wird eine Verbesserung der Ladeinfrastruktur als entscheidend angesehen.
Gleichzeitig sollten synthetische Kraftstoffe und Wasserstofftechnologien stärker unterstützt werden, um eine langfristige Reduzierung der CO₂-Emissionen zu ermöglichen.
Sollten keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden, könnten hohe Kraftstoffpreise in den nächsten Jahren erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität der Bevölkerung haben.
Die Politik steht vor der Herausforderung, nachhaltige Lösungen zu finden, um die Verkehrswende sozial verträglich zu gestalten.
Quelle: handelsblatt.com