Europas modernste Straßeninfrastruktur hat keinen einzelnen Sieger. Die Niederlande und Teile Deutschlands liegen bei der Autobahndichte weit vorn, Spanien verfügt über eines der längsten Autobahnnetze, Schweden und Dänemark erreichen die besten Werte bei der Verkehrssicherheit und Deutschland, die Niederlande sowie Frankreich gehören zu den wichtigen Märkten für neue Ladeinfrastruktur. Aktuelle europäische Daten zeigen große Unterschiede. Eurostat weist für 2024 besonders hohe Autobahndichten in Bremen sowie in den niederländischen Regionen Zuid-Holland und Utrecht aus. Gleichzeitig verändern Ladepunkte, digitale Verkehrssteuerung und vernetzte Korridore die Bewertung moderner Straßen. Auch die Straßeninfrastruktur in Deutschland muss deshalb heute deutlich umfassender betrachtet werden als nur anhand der Zahl der Autobahnkilometer.
Inhaltsverzeichnis
Welche Länder im europäischen Vergleich vorn liegen
Warum die Niederlande und Belgien besonders dicht vernetzt sind
Deutschland, Spanien und Frankreich setzen auf große Fernstraßennetze
Schweden und Dänemark führen bei der Verkehrssicherheit
Ladeinfrastruktur wird zum neuen Qualitätsmerkmal
Digitale Straßen verändern den europäischen Verkehr
TEN-T setzt gemeinsame Standards für Europas Hauptachsen
Welche Länder im europäischen Vergleich vorn liegen
Ein europaweit einheitliches und aktuelles Gesamtranking für die Qualität aller Straßen existiert nicht. Vergleichbar sind jedoch einzelne Kennzahlen. Dazu gehören Netzdichte, Länge leistungsfähiger Fernstraßen, Sicherheit, Ladeinfrastruktur, intelligente Verkehrssysteme und die Einbindung in das transeuropäische Verkehrsnetz TEN-T.
Die Antwort hängt davon ab, welche Eigenschaften einer Straße bewertet werden. Eine Autobahn kann hervorragend ausgebaut sein und trotzdem regelmäßig überlastet werden. Ein anderes Land kann ein kleineres Netz besitzen, aber besonders sichere Straßen, sehr dichte Ladeinfrastruktur und moderne Verkehrssteuerung anbieten.
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🛣️ Ein besonders dichtes Autobahnnetz
Die Niederlande fallen durch eine sehr hohe Autobahndichte auf. Besonders Zuid-Holland und Utrecht gehören zu den dicht erschlossenen europäischen Regionen.
🌍 Starke internationale Fernverbindungen
Deutschland spielt wegen seiner zentralen Lage eine Schlüsselrolle für europäische Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen. Auch Frankreich verbindet mehrere große Wirtschaftsräume.
🛡️ Besonders hohe Verkehrssicherheit
Schweden und Dänemark gehören bei den niedrigen Zahlen tödlicher Verkehrsunfälle zur europäischen Spitzengruppe.
⚡ Ladeinfrastruktur und Digitalisierung
Die Niederlande, Deutschland und Frankreich gehören zu den wichtigen europäischen Märkten für öffentliche Ladeinfrastruktur. Digitale Verkehrssteuerung gewinnt gleichzeitig stark an Bedeutung.
Für einen belastbaren Vergleich müssen deshalb mehrere Kriterien getrennt betrachtet werden. Eine Rangliste, die ausschließlich die Länge des Autobahnnetzes verwendet, würde große Staaten bevorzugen. Eine Bewertung nach Autobahnkilometern je Quadratkilometer verschiebt das Bild dagegen zugunsten dicht besiedelter Länder wie der Niederlande und Belgien.
- Netzdichte zeigt, wie eng Regionen durch Autobahnen und leistungsfähige Straßen erschlossen sind.
- Netzlänge ist besonders für große Flächenstaaten, Fernreisen und Güterverkehr relevant.
- Verkehrssicherheit zeigt, wie erfolgreich Infrastruktur, Fahrzeuge, Regeln und Verkehrsmanagement zusammenwirken.
- Elektrifizierung macht sichtbar, wie gut Straßen für Elektroautos und zunehmend elektrische Lastwagen vorbereitet sind.
- Digitalisierung umfasst Verkehrsdaten, intelligente Verkehrssteuerung, vernetzte Fahrzeuge und digitale Informationssysteme.
| Land | Besondere Stärke | Aktueller Hinweis | Bedeutung für Autofahrer |
|---|---|---|---|
| Niederlande | Sehr hohe Autobahndichte und starke Digitalisierung | Zuid-Holland erreichte 2024 rund 134 Autobahnkilometer je 1.000 Quadratkilometer | Kurze Wege zu Hauptachsen und stark vernetztes Verkehrsmanagement |
| Deutschland | Großes Autobahnnetz, wichtige TEN-T-Achsen und Ladeinfrastruktur | Bremen lag 2024 mit 169 Autobahnkilometern je 1.000 Quadratkilometer an der Spitze der EU-Regionen | Sehr gute Fernverbindungen und hohe Bedeutung für europäischen Transit |
| Belgien | Dichtes Autobahnnetz und zentrale Lage | Belgische Regionen gehören zur europäischen Gruppe mit hoher Autobahndichte | Engmaschige Verbindungen nach Frankreich, Deutschland und in die Niederlande |
| Spanien | Sehr umfangreiches Autobahnnetz | UNECE-Daten weisen für 2024 rund 15.886 Kilometer Autobahnen aus | Starke Fernverbindungen über große Entfernungen |
| Schweden | Verkehrssicherheit | 2024 wurden 20 Verkehrstote je eine Million Einwohner registriert | Sehr niedrige tödliche Unfallrate im EU-Vergleich |
| Dänemark | Verkehrssicherheit und Elektromobilität | 2024 wurden 24 Verkehrstote je eine Million Einwohner registriert | Sicheres Straßennetz und zunehmende elektrische Infrastruktur |
| Frankreich | Großes Fernstraßennetz und Ladeinfrastruktur | Frankreich gehört zu den größten europäischen Märkten für öffentliche Ladepunkte | Gut ausgebaute Verbindungen zwischen Metropolen und Nachbarstaaten |
Warum die Niederlande und Belgien besonders dicht vernetzt sind
Bei der Dichte des Autobahnnetzes spielen die Benelux-Staaten seit Jahren eine besondere Rolle. Das hängt mit der kompakten Landesfläche, hoher Bevölkerungsdichte, großen Hafenstandorten und intensiven internationalen Güterströmen zusammen. Rotterdam und Antwerpen benötigen leistungsfähige Verbindungen in das europäische Hinterland.
Eurostat-Daten für 2024 zeigen die Struktur besonders deutlich. Zuid-Holland kam auf rund 134 Kilometer Autobahn je 1.000 Quadratkilometer Landfläche. Utrecht erreichte etwa 124 Kilometer. Noord-Holland lag bei rund 108 Kilometern. Damit befinden sich mehrere niederländische Regionen unter den am dichtesten durch Autobahnen erschlossenen Gebieten Europas.
Die Niederlande kombinieren diese physische Infrastruktur mit digitalem Verkehrsmanagement. Rijkswaterstaat nutzt umfangreiche Datenbestände zur Beobachtung von Autobahnverkehr, Infrastruktur und Verkehrsströmen. Projekte rund um intelligente Verkehrssysteme sollen Informationen zwischen Straßenbetreibern, Verkehrsmanagement und zunehmend auch Fahrzeugen besser nutzbar machen.
Gerade diese Verbindung aus dichtem Netz, digitalem Management und internationaler Logistik macht die Niederlande zu einem der stärksten Allrounder bei moderner Straßeninfrastruktur.
Belgien profitiert von einer ähnlichen geografischen Struktur. Das Land liegt zwischen mehreren großen europäischen Wirtschaftsräumen. Hohe Verkehrsbelastungen auf wichtigen Achsen zeigen allerdings auch die Grenze einer rein statistischen Betrachtung. Eine hohe Straßendichte bedeutet nicht automatisch freie Fahrt.
Deutschland, Spanien und Frankreich setzen auf große Fernstraßennetze
Bei großen Flächenstaaten zählt nicht nur die Dichte. Entscheidend ist auch, wie weit das Fernstraßennetz reicht und wie es Ballungsräume, Industriezentren, Häfen und internationale Grenzübergänge verbindet.
Deutschland besitzt eines der umfangreichsten Autobahnnetze Europas. Besonders dicht ist die Infrastruktur in Stadtstaaten und großen Wirtschaftsräumen. Eurostat ermittelte für Bremen 2024 rund 169 Autobahnkilometer je 1.000 Quadratkilometer. Damit erreichte die Region den höchsten Wert innerhalb der aktuellen regionalen EU-Auswertung.
Die hohe Bedeutung des deutschen Netzes ergibt sich zusätzlich aus der geografischen Lage. Zahlreiche europäische Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen führen durch Deutschland. Für internationale Fahrten ist deshalb nicht allein der Zustand einer einzelnen Autobahn relevant. Auch Baustellenmanagement, Rastmöglichkeiten, Ladepunkte, Grenzverbindungen und Verkehrssteuerung bestimmen den tatsächlichen Komfort. Ein direkter Vergleich des Autobahnkomforts in Deutschland und Frankreich zeigt, wie unterschiedlich große Straßennetze organisiert werden können.
Spanien fällt vor allem durch die Größe seines Netzes auf. In der UNECE-Datenbank werden für 2024 rund 15.886 Kilometer Autobahnen ausgewiesen. Das spanische Verkehrsministerium nennt für Ende 2025 insgesamt 165.756 Kilometer Straßen im landesweit erfassten Netz. Davon gehören 26.564 Kilometer zum staatlichen Straßennetz.
Spanien hat seine leistungsfähigen Straßenachsen über Jahrzehnte stark erweitert. Eurostat weist für den Zeitraum von 2014 bis 2024 unter anderem in Andalucía einen Ausbau der Autobahnen um 242 Kilometer aus. Auch Castilla y León und Galicia gehörten zu den Regionen mit deutlichen Erweiterungen.
Frankreich verfügt ebenfalls über ein sehr großes Autobahn- und Fernstraßensystem. Seine geografische Lage verbindet die Iberische Halbinsel mit Mittel- und Nordeuropa. Gleichzeitig treffen dort unterschiedliche Modelle der Finanzierung und Nutzung von Fernstraßen aufeinander.
Spanien überzeugt vor allem mit der Netzgröße, Deutschland mit seiner zentralen europäischen Korridorfunktion und Frankreich mit einem weitreichenden Fernverkehrssystem zwischen wichtigen europäischen Wirtschaftsräumen.
Welches Land steht für welche Stärke?
Ein schneller Entscheidungsweg durch Europas Straßeninfrastruktur
↔
Hohe NetzdichteNiederlande
🛣️
Großes FernnetzSpanien und Deutschland
✓
Hohe SicherheitSchweden und Dänemark
⚡
Elektrische InfrastrukturDeutschland, Niederlande, Frankreich
Es gibt keinen Gesamtsieger. Entscheidend ist, welches Kriterium für die jeweilige Fahrt oder Nutzung zählt.
Schweden und Dänemark führen bei der Verkehrssicherheit
Moderne Straßen müssen nicht nur schnell und dicht sein. Sicherheit ist ein zentraler Maßstab. Die endgültigen Zahlen der Europäischen Kommission für 2024 zeigen hier einen deutlichen Vorsprung der nordischen EU-Staaten.
Schweden registrierte 20 Verkehrstote je eine Million Einwohner. Dänemark kam auf 24. Der EU-Durchschnitt lag deutlich höher. Auch die vorläufigen Daten für 2025 bestätigten die beiden Länder an der Spitze. Für Schweden wurden erneut 20 und für Dänemark 23 Verkehrstote je eine Million Einwohner gemeldet.
Diese Zahlen dürfen nicht ausschließlich der Straßenbauweise zugeschrieben werden. Unfallrisiken werden gleichzeitig durch Geschwindigkeiten, Fahrzeugbestand, Verkehrsregeln, Kontrollen, Rettungswesen und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer beeinflusst. Trotzdem gehört eine Infrastruktur, die Fehler möglichst abfedert, zu den entscheidenden Elementen moderner Verkehrssicherheit.
- klar getrennte Verkehrsströme auf wichtigen Fernachsen
- sichere Kreuzungs- und Einmündungslösungen
- gut erkennbare Fahrbahnmarkierungen und Beschilderung
- Schutz von Fußgängern und Radfahrern in bebauten Bereichen
- systematische Analyse von Unfallstellen
- digitale Warnungen vor Gefahren und Verkehrsbehinderungen
Wer Landesgrenzen mit dem Auto überschreitet, muss zusätzlich nationale Vorschriften berücksichtigen. Eine Übersicht über Verkehrsregeln in Europa ist deshalb ebenso wichtig wie die technische Qualität der Strecke.
Ladeinfrastruktur wird zum neuen Qualitätsmerkmal
Die Elektrifizierung verändert die Definition einer leistungsfähigen Straße. Für Elektroautos reicht eine gute Fahrbahn allein nicht mehr aus. Entlang großer Korridore werden ausreichend leistungsfähige und zuverlässig erreichbare Ladepunkte benötigt.
Das European Alternative Fuels Observatory meldete im Juli 2026 mehr als 1,17 Millionen öffentlich zugängliche Ladepunkte in der Europäischen Union. Die Verteilung bleibt jedoch ungleich. Die Niederlande, Deutschland und Frankreich gehören seit Jahren zu den Ländern mit besonders umfangreichen öffentlichen Ladenetzen.
Auch der Schwerverkehr wird wichtiger. Nach Daten des European Alternative Fuels Observatory vom Oktober 2025 verfügte Deutschland über 479 erfasste Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge. Schweden folgte mit 278, die Niederlande mit 246, Dänemark mit 158 und Frankreich mit 101.
Damit entsteht ein zweites europäisches Fernstraßennetz auf derselben Trasse. Neben Asphalt, Brücken und Rastplätzen entscheidet künftig die verfügbare elektrische Leistung entlang der Route über die Nutzbarkeit eines Korridors.
| Kennzahl | Land oder Region | Wert | Bezugsjahr |
|---|---|---|---|
| Autobahndichte | Bremen | 169 km je 1.000 km² | 2024 |
| Autobahndichte | Zuid-Holland | 134 km je 1.000 km² | 2024 |
| Autobahndichte | Utrecht | 124 km je 1.000 km² | 2024 |
| Verkehrstote je eine Million Einwohner | Schweden | 20 | 2024 endgültig |
| Verkehrstote je eine Million Einwohner | Dänemark | 24 | 2024 endgültig |
| Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge | Deutschland | 479 | 2025 |
| Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge | Schweden | 278 | 2025 |
| Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge | Niederlande | 246 | 2025 |
Die europäische AFIR-Verordnung beschleunigt diese Entwicklung. Sie setzt verbindliche Vorgaben für alternative Kraftstoffinfrastruktur und definiert Anforderungen entlang des TEN-T-Netzes. Für leichte Elektrofahrzeuge spielen dabei maximale Entfernungen zwischen geeigneten Ladeparks entlang wichtiger europäischer Straßen eine zentrale Rolle.
Für Fahrer wird deshalb die Planung langer Strecken zunehmend digital. Ladeleistung, Belegung, Entfernung, Verbrauch und verbleibende Reichweite müssen gemeinsam berücksichtigt werden. Wie stark die Ladeinfrastruktur über die Kosten von Elektroautos entscheidet, zeigt sich besonders auf Fernreisen.
Digitale Straßen verändern den europäischen Verkehr
Eine moderne Straße sammelt und verarbeitet zunehmend Daten. Verkehrsdetektoren, Kameras, dynamische Anzeigen, digitale Karten und vernetzte Systeme liefern Informationen über Verkehrsfluss, Baustellen und Gefahrenstellen.
Die Niederlande gehören bei dieser Entwicklung zu den sichtbar aktiven Staaten. Rijkswaterstaat beschreibt Digitalisierung als festen Bestandteil des Infrastrukturmanagements. Erfasst werden unter anderem Verkehrsstärken auf Autobahnen sowie Daten über Anlagen und Bauwerke. Projekte zum intelligenten Korridormanagement sollen Informationen über nationale Grenzen hinweg nutzbar machen.
Auf europäischer Ebene unterstützt die C-Roads-Plattform kooperative intelligente Verkehrssysteme. Nach Angaben der europäischen Exekutivagentur CINEA sind bereits mehr als 2.000 entsprechende C-ITS-Stationen in der Europäischen Union in Betrieb. Fahrzeuge und Infrastruktur können damit ausgewählte sicherheits- und verkehrsrelevante Informationen digital austauschen.
Für den Fahrer wird dieser Wandel vor allem im Cockpit sichtbar. Navigation berücksichtigt nicht mehr nur Straßen und Entfernungen. Moderne Systeme verarbeiten Verkehrslage, Sperrungen, Ladepunkte und zahlreiche dynamische Daten. Dadurch verändern Navigationssysteme den Autoalltag zunehmend stärker als klassische Papierkarten oder statische Wegweiser.
Die fortschrittlichsten Straßennetze Europas bestehen deshalb nicht mehr nur aus Beton und Asphalt, sondern zunehmend aus Straßen, Sensoren, Energieversorgung und digitalen Datenverbindungen.
TEN-T setzt gemeinsame Standards für Europas Hauptachsen
Der internationale Straßenverkehr funktioniert nur, wenn nationale Netze miteinander verbunden werden. Die EU bündelt zentrale Verkehrsachsen im transeuropäischen Verkehrsnetz TEN-T. Die überarbeitete TEN-T-Verordnung trat 2024 in Kraft und legt neue Entwicklungsstufen fest.
Das Kernnetz soll bis 2030 fertiggestellt werden. Für das erweiterte Kernnetz gilt 2040. Das umfassende Netz soll bis 2050 die vorgesehenen Standards erreichen. Damit werden nationale Infrastrukturprojekte stärker als Bestandteile europäischer Korridore betrachtet.
Die Anforderungen reichen über die reine Straßenführung hinaus. Auf dem Kernnetz und dem erweiterten Kernnetz sollen bis 2040 sichere Parkmöglichkeiten für den Straßengüterverkehr im Durchschnitt etwa alle 150 Kilometer verfügbar sein. Parallel entstehen Vorgaben für Lade- und alternative Kraftstoffinfrastruktur.
Diese Entwicklung ist besonders für Deutschland, Frankreich, die Benelux-Staaten und Österreich relevant. Sie liegen auf stark frequentierten europäischen Transitachsen. Spanien ist über die Verbindungen nach Frankreich in das System eingebunden. Auch Mittel- und Osteuropa gewinnt durch den Ausbau grenzüberschreitender Korridore an Bedeutung.
Für Reisende ergibt sich daraus ein praktischer Vorteil. Nationale Grenzen verlieren bei der technischen Routenplanung an Bedeutung, wenn Straßenstandard, Verkehrsdatenaustausch, Ladeinfrastruktur und Rastmöglichkeiten entlang vollständiger Korridore entwickelt werden.
Europa bewegt sich damit von einzelnen nationalen Autobahnnetzen zu einem stärker vernetzten Straßen- und Energiesystem.
Was ein gutes Straßennetz heute wirklich auszeichnet
Die Zahl der Autobahnkilometer bleibt wichtig. Sie reicht für eine Bewertung aber nicht mehr aus. Ein modernes Netz muss bestehende Straßen erhalten, Engpässe beherrschen, Unfälle reduzieren und neue Fahrzeugtechnik unterstützen.
Besonders aussagekräftig ist deshalb die Kombination mehrerer Eigenschaften.
- leistungsfähige Fernstraßen zwischen Wirtschaftsräumen und Ballungszentren
- zuverlässige Brücken, Tunnel und Anschlussstellen
- wirksames Verkehrs- und Baustellenmanagement
- niedrige schwere Unfallzahlen
- ausreichende Rast- und Parkmöglichkeiten
- öffentliche Ladeinfrastruktur mit geeigneter Leistung
- digitale Verkehrsdaten und intelligente Verkehrssteuerung
- gute grenzüberschreitende Verbindungen
Auch die Größe eines Landes muss berücksichtigt werden. Die Niederlande können aufgrund ihrer kompakten Fläche eine deutlich höhere Autobahndichte erreichen als Schweden oder Spanien. Spanien benötigt dagegen lange Korridore, um weit voneinander entfernte Regionen miteinander zu verbinden. Deutschland muss gleichzeitig starken Transitverkehr und hohe Verkehrsvolumen in mehreren Metropolregionen bewältigen.
Der beste Vergleich ist deshalb kein einfacher Platz eins bis zehn. Aussagekräftiger ist die Frage, welches Land eine bestimmte Aufgabe besonders gut löst.
Infrastruktur-Check
Wie modern ist eine Straße wirklich?
Hake die Merkmale ab. Je mehr Punkte erfüllt sind, desto umfassender ist die Infrastruktur auf moderne Mobilität vorbereitet.
Merke Moderne Straßeninfrastruktur verbindet Fahrbahnqualität, Sicherheit, Energieversorgung und digitale Systeme.
Wichtigste Punkte zum Merken
- Es gibt kein aktuelles offizielles Gesamtranking für die modernsten Straßen Europas.
- Die Niederlande gehören bei Autobahndichte und digitalem Verkehrsmanagement zur europäischen Spitzengruppe.
- Bremen erreichte 2024 die höchste Autobahndichte unter den von Eurostat ausgewiesenen EU-Regionen.
- Spanien verfügt über ein besonders umfangreiches Autobahnnetz.
- Deutschland ist für zahlreiche europäische Transit- und Güterverkehrskorridore zentral.
- Schweden und Dänemark erreichten 2024 die niedrigsten Verkehrstotenraten innerhalb der EU.
- Deutschland, die Niederlande und Frankreich gehören zu den wichtigen Märkten für Ladeinfrastruktur.
- Digitale Verkehrssteuerung wird zu einem festen Bestandteil moderner Fernstraßen.
- TEN-T verbindet nationale Straßennetze zunehmend zu europäischen Korridoren.
FAQ
Welches Land hat die modernste Straßeninfrastruktur in Europa?
Ein offizieller Gesamtsieger existiert nicht. Die Niederlande fallen durch hohe Netzdichte, Ladeinfrastruktur und Digitalisierung auf. Deutschland ist bei großen europäischen Korridoren stark, Spanien bei der Netzlänge und Schweden sowie Dänemark bei der Verkehrssicherheit.
Wo ist das Autobahnnetz besonders dicht?
Besonders hohe Autobahndichten finden sich in Teilen Deutschlands, der Niederlande und Belgiens. Eurostat meldete für 2024 unter anderem 169 Kilometer je 1.000 Quadratkilometer in Bremen und 134 Kilometer in Zuid-Holland.
Welches EU-Land hat besonders sichere Straßen?
Schweden erreichte 2024 mit 20 Verkehrstoten je eine Million Einwohner den niedrigsten Wert unter den großen EU-Vergleichen. Dänemark folgte mit 24. Vorläufige Daten für 2025 bestätigen beide Länder erneut an der Spitze.
Warum ist Spanien bei der Straßeninfrastruktur wichtig?
Spanien verfügt über ein sehr umfangreiches Netz leistungsfähiger Fernstraßen. UNECE-Daten weisen für 2024 rund 15.886 Kilometer Autobahnen aus. Das Netz verbindet große Ballungsräume über weite Entfernungen und schafft die Verbindung zur französischen Grenze.
Welche Rolle spielen Ladestationen bei modernen Autobahnen?
Sie werden für Elektroautos und elektrische Nutzfahrzeuge zu einem zentralen Bestandteil der Fernverkehrsinfrastruktur. Neben der Zahl der Ladepunkte zählen Leistung, Abstand zwischen Standorten und Einbindung in große Verkehrskorridore.
Was verändert TEN-T an Europas Straßen?
TEN-T definiert gemeinsame europäische Hauptkorridore und Entwicklungsziele. Das Kernnetz soll bis 2030, das erweiterte Kernnetz bis 2040 und das umfassende Netz bis 2050 entsprechend den europäischen Vorgaben weiterentwickelt werden.
Die Niederlande gehören bei Netzdichte, Digitalisierung und elektrischer Infrastruktur zu den stärksten europäischen Allroundern. Deutschland spielt aufgrund seiner zentralen Lage, seiner Autobahnen und neuer Ladeinfrastruktur eine Schlüsselrolle im europäischen Transitverkehr. Spanien überzeugt mit einem besonders langen Autobahnnetz, während Schweden und Dänemark bei der Verkehrssicherheit führend sind. Moderne Straßeninfrastruktur wird deshalb nicht mehr allein an Asphalt und Autobahnkilometern gemessen.
Europas Straßennetze entwickeln sich damit in unterschiedliche Richtungen gleichzeitig. Neue Autobahnen bleiben vor allem dort wichtig, wo Verbindungen fehlen. In dicht erschlossenen Ländern gewinnen dagegen Erhaltung, Digitalisierung, Sicherheit und leistungsfähige Ladepunkte an Gewicht. Die Länder mit der modernsten Infrastruktur sind deshalb diejenigen, die bestehende Straßen mit Energieversorgung, Datenmanagement und grenzüberschreitenden Verkehrsachsen verbinden.
Quelle: Eurostat, Europäische Kommission Generaldirektion Mobilität und Verkehr, European Alternative Fuels Observatory, UNECE Statistical Database, Rijkswaterstaat, spanisches Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität, CINEA.