Mercedes hat seine letzten Anteile am japanischen Hersteller Nissan verkauft. Die 3,8 Prozent brachten rund 300 Millionen Euro ein. Die Beteiligung lag bei der Pensionskasse des Unternehmens. Am Jahresumsatz von 150 Milliarden Euro ist die Summe kaum relevant. An der Kooperation im Werk in Mexiko ändert sich nichts.
Inhaltsverzeichnis:
- Ola Källenius und Harald Wilhelm treiben Strategie voran
- Verkäufe in Italien, Frankreich und anderen Ländern
- Programm Next Level Performance senkt Kosten
- Milliarden-Einsparungen bis 2027
Ola Källenius und Harald Wilhelm treiben Strategie voran
Konzernchef Ola Källenius und Finanzvorstand Harald Wilhelm setzen auf Konzentration im Industriegeschäft. Investitionen sollen dort gebündelt werden, Bereiche ohne Kernbezug werden abgestoßen. Gleichzeitig gibt es Schwierigkeiten bei der Strategie „Nur Elektro“.
Der Verkauf eigener Niederlassungen in Deutschland verdeutlicht den Kurs. Anfang 2024 kündigte das Management den Rückzug aus dem Handel an. Der Betriebsrat widerspricht, doch der Prozess läuft. Ulm, Dortmund, Mainz und Lübeck sind bereits an große Autohausgruppen verkauft. Insgesamt betrifft es 20 Niederlassungen mit rund 80 Standorten.
Folgen für die Belegschaft
- 8000 Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber
- Durchschnittliche Abfindung: 85.000 Euro
- Gesamtkosten: 680 Millionen Euro
Langfristig sinken dadurch die Personalkosten. Die Nachfrage nach den Standorten ist hoch, die Erlöse könnten über 1 Milliarde Euro erreichen.
Verkäufe in Italien, Frankreich und anderen Ländern
Neben Deutschland wurden 2023 Aktivitäten in Italien, Frankreich, Schweden, Polen, Dänemark, Portugal und den Niederlanden veräußert. Der Ertrag lag bei 96 Millionen Euro, der Mittelzufluss bei 374 Millionen Euro. Zusätzlich verkaufte Mercedes in Österreich das Finanzierungsportfolio der Mercedes-Benz Bank.
Auch die Flottentochter Athlon steht auf der Liste. Das Unternehmen betreibt rund 400.000 Fahrzeuge in 20 Ländern. 2016 hatte Mercedes Athlon von der Rabobank übernommen. Der Wert liegt bei etwa 1 Milliarde Euro. Als möglicher Käufer gilt BNP Paribas, die mit Arval bereits im Leasinggeschäft vertreten ist.
Programm Next Level Performance senkt Kosten
Die Verkäufe sind Teil des Programms „Next Level Performance“. Die Produktionskapazität für Pkw soll bis 2027 von 2,5 auf maximal 2,2 Millionen Fahrzeuge sinken. In der Fertigung sind Einsparungen von 10 Prozent vorgesehen. Ein neues Modell wird im ungarischen Werk Kecskemét gebaut.
Über das Programm „Beat26“ will Mercedes die Einkaufskosten reduzieren. Mitarbeiter müssen ebenfalls Beiträge leisten. Allein im ersten Halbjahr bildete der Konzern 560 Millionen Euro Rückstellungen für Abfindungen. Das entspricht bei 200.000 Euro pro Person etwa 2800 Stellen.
Milliarden-Einsparungen bis 2027
Bis 2027 sollen durch alle Maßnahmen jährlich 5 Milliarden Euro eingespart werden. Gründe sind stagnierende Verkäufe, ein ungünstiges Zollabkommen mit den USA und die Luxussteuer in China. Entscheidend wird sein, ob neue Modelle wie CLA, GLC und E-Klasse für Wachstumsimpulse sorgen.
Quelle: FOCUS, YouTube