Navigationssystem im Auto mit digitaler Karte und Fahrerdaten in Deutschland
Digitale Navigation verbindet Fahrzeugdaten mit vernetzten Diensten, Foto: Pixabay - Lizenz

Vernetzte Autos erzeugen laufend Daten über Fahrzeugzustand, Nutzung, Diagnose und digitale Dienste. Für Autohersteller werden diese Informationen zu einem wirtschaftlichen Faktor, weil sie Wartung, Softwareentwicklung, Kundenservices und neue digitale Geschäftsmodelle ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Welche Fahrzeugdaten BMW, Audi und andere Hersteller erfassen können

Der Wettbewerb verschiebt sich damit zunehmend von Motoren und Ausstattung zu Software, Datenzugang und digitalen Diensten. Wer verstehen will, warum Fahrzeugdaten zum Schlüsselfaktor werden, muss deshalb nicht nur auf Sensoren im Auto schauen. Entscheidend ist, welche Informationen übertragen werden, wer sie nutzen darf und welche Dienste daraus entstehen.

BMW, Audi, Mercedes-Benz, Volkswagen und Tesla dokumentieren inzwischen detailliert, welche Fahrzeug- und Nutzungsdaten bei vernetzten Diensten verarbeitet werden können. Gleichzeitig verändert der seit dem 12. September 2025 geltende EU Data Act die Regeln für den Datenzugang. Auch die wachsende Bedeutung digitaler Dienste im Auto und neuer Technologien der Automobilindustrie macht deutlich, warum Daten längst Teil der Produktstrategie sind.

Ein modernes Fahrzeug enthält zahlreiche elektronische Steuergeräte und Sensoren. Sie verarbeiten Daten, die für Betrieb, Sicherheit, Komfort oder digitale Funktionen notwendig sind. Dazu gehören je nach Fahrzeug beispielsweise Kilometerstand, Ladezustand, Reichweite, Fehlermeldungen, Geschwindigkeit, Bremsvorgänge oder die Nutzung bestimmter Funktionen.

BMW nennt bei seinen Fahrzeugnutzungsdaten unter anderem Tankfüllstand, Restreichweite, Kilometerstand, durchschnittliche Geschwindigkeit sowie die Nutzung digitaler Dienste. Standortinformationen können bei bestimmten ConnectedDrive-Funktionen verarbeitet werden, wenn die erforderlichen Voraussetzungen und Einwilligungen vorliegen.

Audi beschreibt für vernetzte Fahrzeuge ebenfalls Status- und Nutzungsdaten. Dazu können Fahrzeugverriegelung, Kraftstoff- oder Batteriestatus, Lenkbewegungen, Beschleunigung, Bremsbetätigung und Klimafunktionen gehören. Beim Dienst Fahrdaten werden je nach Fahrzeug unter anderem Strecke, Verbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit und Fahrtdauer verarbeitet.

Daten-Check

Welche Daten verrät dein Auto?

Drei kurze Fragen zeigen, wie stark ein modernes Fahrzeug mit digitalen Datendiensten verbunden sein kann.

1. Nutzt du eine Hersteller-App für dein Auto?

2. Kann dein Fahrzeug Software online aktualisieren?

3. Zeigt die App Standort, Reichweite oder Fahrzeugstatus?

Tesla unterscheidet in seinen deutschen Datenschutzhinweisen Fahrzeugdaten, Diagnosedaten, Daten des Infotainment-Systems und Daten für KI-Funktionen. Fahrzeugtelemetrie kann etwa Informationen zu Leistung, Nutzung, Betrieb und Zustand enthalten. Das Unternehmen nennt Ferndiagnose, Wartung, Sicherheit und Produktverbesserung als mögliche Verwendungszwecke.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen technischen Fahrzeugdaten und personenbezogenen Informationen. Ein technischer Messwert kann personenbezogen werden, wenn er mit einer Fahrgestellnummer, einem Nutzerkonto oder einer identifizierbaren Person verbunden werden kann.

Datenbereich Typische Informationen Mögliche geschäftliche Nutzung Besondere Bedeutung
Fahrzeugzustand Kilometerstand, Batterie, Reichweite, Fehlermeldungen Wartung, Diagnose, Serviceplanung Kann Reparaturen und Fernservice unterstützen
Fahrzeugnutzung Fahrdauer, Geschwindigkeit, Verbrauch, Funktionsnutzung Produktentwicklung und digitale Dienste Kann Rückschlüsse auf Nutzungsmuster ermöglichen
Position Fahrzeugposition oder Navigationsinformationen Navigation und standortbezogene Dienste Datenschutzrechtlich besonders relevant
Diagnose Fehlercodes, Softwarezustand, technische Ereignisse Ferndiagnose und Fehleranalyse Kann Werkstattprozesse beschleunigen
Digitale Dienste App-Nutzung, gebuchte Funktionen, Diensteportfolio Serviceentwicklung und Kundenbetreuung Verbindet Fahrzeug und digitales Kundenkonto

Wie Mercedes-Benz, Tesla und andere Hersteller Daten wirtschaftlich nutzen

Daten sind für Hersteller nicht automatisch ein Produkt, das einfach verkauft wird. Ihr wirtschaftlicher Wert entsteht häufig indirekt. Technische Informationen können Reparaturen vorbereiten, Softwarefehler erkennen, Serviceangebote verbessern oder die Entwicklung einer neuen Fahrzeuggeneration unterstützen.

Ein wichtiger Bereich ist die Ferndiagnose. Erkennt ein System einen technischen Fehler, kann eine Werkstatt bereits vor dem Termin Informationen über den Fahrzeugzustand erhalten. Ersatzteile und Arbeitsabläufe lassen sich dadurch besser vorbereiten. Für den Hersteller verbessert sich gleichzeitig der Kontakt zum Kunden während der gesamten Nutzungsdauer des Autos.

Ein zweiter Bereich sind digitale Funktionen. Vernetzte Fahrzeuge erhalten Dienste über Apps, Nutzerkonten und zentrale Plattformen. Manche Funktionen stehen ab Werk bereit. Andere lassen sich später aktivieren oder aktualisieren. Dadurch endet die wirtschaftliche Beziehung zwischen Hersteller und Kunde nicht zwangsläufig mit dem Fahrzeugkauf.

Mercedes-Benz bietet beispielsweise digitale Extras und ein elektronisches Fahrtenbuch an. Tesla nutzt Fahrzeug- und Diagnosedaten nach eigenen Angaben unter anderem für Service, Wartung und Produktverbesserungen. BMW verarbeitet bei ConnectedDrive verschiedene Fahrzeug- und Dienstdaten. Solche Systeme zeigen, wie eng Fahrzeugtechnik, Software und Servicegeschäft inzwischen verbunden sind.

  • Technische Daten können frühzeitig auf Wartungsbedarf hinweisen.
  • Diagnosedaten können die Fehlersuche im Service vereinfachen.
  • Nutzungsinformationen können zeigen, welche digitalen Funktionen tatsächlich verwendet werden.
  • Lade- und Batteriedaten können Dienste für Elektrofahrzeuge unterstützen.
  • Softwaredaten helfen bei der Analyse von Fehlern und Systemzuständen.
  • Digitale Kundenkonten verbinden Fahrzeug, App, Service und zusätzliche Funktionen.

Damit verändert sich auch die Struktur des deutschen Automarktes. Hersteller konkurrieren nicht mehr ausschließlich über Kaufpreis, Leistung oder Ausstattung. Die Qualität des digitalen Ökosystems wird zu einem zusätzlichen Unterscheidungsmerkmal.

BMW-Cockpit mit Navigationssystem und digitalen Fahrerdaten
Digitale Systeme verbinden Fahrbetrieb, Navigation und Fahrzeugdaten, Foto: Pixabay - Lizenz

Wie der EU Data Act den Zugriff auf Fahrzeugdaten verändert

Der EU Data Act gilt seit dem 12. September 2025 und stärkt den Zugang von Nutzern zu Daten, die durch vernetzte Produkte wie Autos entstehen. Die Europäische Kommission hat zusätzlich Hinweise veröffentlicht, die sich ausdrücklich mit Fahrzeugdaten befassen.

Der Data Act erfasst unter anderem Rohdaten und vorverarbeitete Daten, die durch die Nutzung eines vernetzten Produkts oder eines damit verbundenen Dienstes entstehen und für den Dateninhaber verfügbar sind. Dazu können Sensordaten und technische Informationen gehören. Informationen, die erst durch weitergehende Analyse und proprietäre Algorithmen abgeleitet werden, fallen nicht automatisch unter dieselben Zugangsregeln.

Nutzer können unter den gesetzlichen Voraussetzungen Daten erhalten und sie auch ausgewählten Dritten zugänglich machen. Damit entstehen neue Möglichkeiten für freie Werkstätten, Sachverständige, Versicherer und andere Dienstleister. Die Europäische Kommission nennt Reparatur, Wartung und datenbasierte Versicherungsangebote ausdrücklich als mögliche Anwendungsbereiche.

Eine wichtige Frist folgt am 12. September 2026. Ab diesem Datum gilt die Verpflichtung aus Artikel 3 Absatz 1 des Data Act für vernetzte Produkte und verbundene Dienste, die nach diesem Datum auf den Markt gebracht werden. Solche Produkte sollen Daten grundsätzlich leicht, sicher, kostenlos und in einem strukturierten sowie maschinenlesbaren Format zugänglich machen, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Volkswagen informiert bereits über ein eigenes Data-Act-Angebot. Privatnutzer können nach den Angaben des Unternehmens historische Fahrzeugdaten anfordern, Datenpunkte auswählen und Drittparteien Zugriff ermöglichen. Mercedes-Benz beschreibt ebenfalls einen Prozess, über den Nutzer die Datenweitergabe an bestimmte Drittanbieter steuern können.

  1. Das Fahrzeug erzeugt technische oder nutzungsbezogene Daten.
  2. Ein Teil dieser Informationen wird im Fahrzeug oder auf entfernten Systemen gespeichert.
  3. Der Nutzer erhält nach den Regeln des Data Act bestimmte Zugangsrechte.
  4. Der Nutzer kann zulässige Daten an einen ausgewählten Dienstleister weitergeben lassen.
  5. Werkstätten oder andere Anbieter können daraus eigene Dienstleistungen entwickeln.

Warum Daten für Werkstätten, Versicherer und Mobilitätsdienste wertvoll sind

Der wirtschaftliche Konflikt um Fahrzeugdaten betrifft deshalb nicht nur Autohersteller. Auch der unabhängige Servicemarkt ist betroffen. Wer Fehlercodes, Wartungsinformationen und Zustandsdaten nutzen kann, besitzt bessere Voraussetzungen für Diagnose, Reparatur und neue digitale Angebote.

Der ADAC sieht im Datenzugang eine wichtige Voraussetzung für Wettbewerb bei Dienstleistungen rund um vernetzte Fahrzeuge. Nutzer sollen Daten nach dem Data Act beispielsweise an freie Werkstätten, Versicherungen, Sachverständige oder Automobilclubs weitergeben können.

Daten im Vergleich

Wer nutzt welche Fahrzeugdaten?

Dieselben Fahrzeugdaten können für unterschiedliche Marktteilnehmer einen anderen praktischen Wert haben.

Akteur Interessante Daten Typischer Nutzen Für Fahrer relevant
Autohersteller Diagnose, Software, Nutzung Service und Produktentwicklung Digitale Dienste
Werkstatt Fehlercodes, Wartungsstatus Schnellere Diagnose Reparatur und Wartung
Versicherer Freigegebene Nutzungsdaten Datenbasierte Tarife und Dienste Datenschutz prüfen
Fahrer Reichweite, Verbrauch, Fahrzeugstatus Kontrolle und Planung Direkter Alltagsnutzen

Merksatz Je mehr Dienste miteinander verbunden sind, desto wichtiger werden transparente Zugriffsrechte und klare Einstellungen.

Für Versicherer sind Daten grundsätzlich interessant, wenn daraus mit einer zulässigen Rechtsgrundlage Risikomodelle oder nutzungsabhängige Produkte entstehen können. Die Europäische Kommission führt datenbasierte Versicherungen als Beispiel für zusätzliche Dienstleistungen auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass Fahrzeughersteller oder Versicherer beliebige persönliche Fahrdaten ohne Rechtsgrundlage verwenden dürfen.

Marktteilnehmer Nutzen von Fahrzeugdaten Geschäftliche Chance Zentrale Grenze
Autohersteller Diagnose, Produktverbesserung, digitale Dienste Längere Kundenbeziehung und digitale Angebote Datenschutz, Data Act und Vertragsrecht
Freie Werkstätten Zustands- und Diagnosedaten Neue Wartungs- und Reparaturangebote Technischer und rechtlicher Datenzugang
Versicherer Zulässige Nutzungs- und Fahrzeugdaten Datenbasierte Versicherungsdienste Rechtsgrundlage und Transparenz
Flottenbetreiber Laufleistung, Ladezustand, Wartungsbedarf Effizientere Fahrzeugplanung Schutz personenbezogener Fahrerdaten
Mobilitätsdienste Freigegebene Fahrzeug- und Servicedaten Neue vernetzte Dienstleistungen Zugriffsrechte und Interoperabilität

Wie Software und Over-the-Air-Updates das Geschäftsmodell verändern

Software ist ein weiterer Grund für den steigenden wirtschaftlichen Wert von Fahrzeugdaten. Ein Hersteller muss wissen, welche Softwareversion im Fahrzeug läuft, ob Fehler auftreten und wie Systeme auf bestimmte Situationen reagieren. Solche Informationen können bei der Entwicklung und Fehlerbehebung helfen.

Over-the-Air-Updates erlauben es, Software über eine Datenverbindung zu aktualisieren. Dadurch können bestimmte Verbesserungen ohne klassischen Werkstattbesuch bereitgestellt werden. Wie unterschiedlich Hersteller solche Systeme einsetzen, zeigt auch der Vergleich von Over-the-Air-Updates bei Tesla und BMW.

Für die Unternehmen entsteht daraus ein kontinuierlicher Produktzyklus. Das Fahrzeug wird nicht mehr ausschließlich in dem technischen Zustand genutzt, in dem es ausgeliefert wurde. Software kann später aktualisiert werden. Digitale Dienste können ergänzt werden. Gleichzeitig liefern technische Rückmeldungen Informationen darüber, ob Systeme funktionieren oder Fehler auftreten.

Fahrzeugdaten werden damit zur Rückkopplung zwischen realer Nutzung und Produktentwicklung. Dieser Kreislauf kann Entwicklungsabteilungen, Serviceorganisationen und digitale Geschäftsbereiche miteinander verbinden.

Besonders sichtbar wird dieser Ansatz bei Fahrerassistenz und automatisierten Funktionen. Sensoren liefern große Mengen technischer Informationen. Für die Weiterentwicklung solcher Systeme können Daten aus realen Fahrsituationen wertvoll sein. Dabei bleiben Datenschutz, Einwilligung, Zweckbindung und andere gesetzliche Anforderungen entscheidend.

Welche Grenzen DSGVO und Datenschutz setzen

Der Data Act ersetzt die Datenschutz-Grundverordnung nicht. Sobald Daten einen Personenbezug besitzen, müssen weiterhin die Vorgaben der DSGVO berücksichtigt werden. Dazu zählen insbesondere eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung, klare Zwecke, Transparenz und angemessene Sicherheitsmaßnahmen.

Der Europäische Datenschutzausschuss weist bei vernetzten Fahrzeugen besonders auf Standortinformationen und andere sensible Nutzungsmuster hin. Er empfiehlt unter anderem, Daten möglichst lokal im Fahrzeug zu verarbeiten, wenn eine Übertragung nicht erforderlich ist. Auch Möglichkeiten zum Löschen persönlicher Informationen spielen eine wichtige Rolle, etwa wenn ein Auto verkauft, vermietet oder weitergegeben wird.

Ein Fahrzeug kann schließlich von mehreren Personen genutzt werden. Halter, Fahrer und Mitfahrer sind nicht zwingend dieselbe Person. Bei Mietwagen, Firmenfahrzeugen und gemeinsam genutzten Autos wird die Zuordnung noch komplexer.

Besonders relevant sind folgende Punkte.

  • Standortdaten können Bewegungsmuster sichtbar machen.
  • Fahrzeugkonten können technische Daten mit einer konkreten Person verbinden.
  • Infotainment-Systeme können Kontakte, Einstellungen oder andere persönliche Informationen enthalten.
  • Bei einem Fahrzeugwechsel müssen gespeicherte Nutzerprofile und persönliche Daten berücksichtigt werden.
  • Eine Datenfreigabe für Drittanbieter muss rechtlich und technisch kontrollierbar sein.

Tesla erklärt beispielsweise, dass bestimmte Fahrzeugdaten standardmäßig nicht mit Konto oder Identität verbunden werden sollen. Bei BMW und Audi hängen einzelne Standort- und Onlinedienste ebenfalls von konkreten Funktionen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen ab. Die jeweiligen Verfahren unterscheiden sich nach Hersteller, Modell, Dienst und Nutzung.

Warum Datenkontrolle zum Wettbewerbsfaktor der Autoindustrie wird

Für die Branche entsteht ein neuer Wettbewerb um den Zugang zu Informationen. Hersteller verfügen über Fahrzeugplattformen, Nutzerkonten, Apps, Diagnoseinfrastruktur und Software. Freie Werkstätten und andere Anbieter benötigen dagegen einen funktionierenden Zugang zu relevanten Daten, wenn sie konkurrierende Dienste entwickeln wollen.

Der europäische Herstellerverband ACEA betont die Bedeutung von Datenaustausch für Innovation, Sicherheit und neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig fordert der Verband standardisierte und praktikable Zugangsstrukturen. Verbraucherschützer und unabhängige Dienstleister achten dagegen besonders darauf, dass Hersteller nicht dauerhaft als alleinige Kontrolleure des Datenflusses auftreten.

Der Data Act verschiebt dieses Verhältnis. Nutzer erhalten mehr Möglichkeiten, auf Daten aus vernetzten Produkten zuzugreifen und sie an Dritte weiterzugeben. Für Hersteller bedeutet das, dass Wettbewerb künftig stärker auf Basis von Servicequalität entstehen kann und nicht allein durch exklusiven Datenzugang.

Die wirtschaftlich wertvollsten Anwendungen liegen deshalb häufig nicht im isolierten Verkauf eines Datensatzes. Wert entsteht dort, wo Informationen einen konkreten Prozess verbessern. Das kann eine frühere Fehlererkennung, eine genauere Wartungsplanung, ein besserer Ladevorgang oder eine neue digitale Funktion sein.

Für Autohersteller wird die entscheidende strategische Frage daher nicht nur lauten, wie viele Daten ein Fahrzeug erzeugt. Entscheidend wird sein, wie rechtssicher, transparent und technisch sinnvoll diese Daten in Produkte und Dienste übersetzt werden.

Für Kunden wird gleichzeitig wichtiger, welche Daten ein Auto erzeugt, welche davon übertragen werden und welche Einstellungen im Fahrzeug oder im Nutzerkonto verfügbar sind. Beim Fahrzeugkauf treten damit neben Reichweite, Verbrauch und Ausstattung zunehmend Softwareversorgung, Datenzugang und digitale Dienste.

Der Wandel ist bereits sichtbar. Vernetzte Fahrzeuge werden zu Plattformen, auf denen Hardware, Software, Service und Daten zusammenspielen. Damit wächst der wirtschaftliche Wert der Informationen, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz und Wettbewerb.

Welche Daten vernetzte Autos an Hersteller übermitteln

Das Video zeigt, welche Fahrzeugdaten moderne Autos erfassen und wie diese Informationen von Herstellern und digitalen Diensten genutzt werden können.

Fahrzeugdaten zeigen, wie eng moderne Autos mit digitalen Diensten und den Systemen der Hersteller verbunden sind.

Film: YouTube / Kanal ADAC

FAQ

Welche Daten kann ein vernetztes Auto erzeugen?

Je nach Modell und Ausstattung können unter anderem Kilometerstand, Ladezustand, Reichweite, Verbrauch, Geschwindigkeit, technische Fehler, Softwarezustand, Nutzungsinformationen und Standortdaten entstehen.

Dürfen Autohersteller alle Fahrerdaten frei verwenden?

Nein. Bei personenbezogenen Daten gelten insbesondere die Vorgaben der DSGVO. Zusätzlich enthält der Data Act Regeln für den Zugang zu und die Nutzung von Daten aus vernetzten Produkten.

Was bringt der EU Data Act Autofahrern?

Er stärkt den Zugang zu Daten aus vernetzten Produkten. Nutzer können unter bestimmten Voraussetzungen Daten erhalten und sie ausgewählten Drittanbietern zugänglich machen.

Können freie Werkstätten Fahrzeugdaten erhalten?

Der Data Act schafft grundsätzlich Möglichkeiten, relevante Daten mit vom Nutzer ausgewählten Drittanbietern zu teilen. Welche Daten konkret verfügbar sind, hängt vom Fahrzeug und vom jeweiligen gesetzlichen Anwendungsbereich ab.

Warum sind Fahrzeugdaten für Hersteller wirtschaftlich wichtig?

Sie können Diagnose, Wartung, Softwareentwicklung, digitale Dienste und die Verbesserung von Fahrzeugfunktionen unterstützen. Dadurch entstehen zusätzliche Dienstleistungen während der gesamten Nutzungsdauer eines Autos.

Sind alle Fahrzeugdaten personenbezogene Daten?

Nein. Technische Daten sind nicht automatisch personenbezogen. Ein Personenbezug kann jedoch entstehen, wenn Informationen etwa über eine Fahrgestellnummer, ein Kundenkonto oder Standortdaten einer identifizierbaren Person zugeordnet werden können.

Vernetzte Fahrzeuge machen Daten zu einem festen Bestandteil der Geschäftsstrategie von Autoherstellern. Sie unterstützen Wartung, Softwareentwicklung, digitale Dienste und neue Angebote im Servicemarkt. Der EU Data Act stärkt zugleich die Kontrolle der Nutzer und den Zugang von Drittanbietern zu bestimmten Fahrzeugdaten. Bei personenbezogenen Informationen gelten weiterhin die Anforderungen der DSGVO.

Quelle: Europäische Kommission, EUR-Lex, Europäischer Datenschutzausschuss, ADAC, BMW Deutschland, Audi Deutschland, Mercedes-Benz Deutschland, Volkswagen Deutschland, Tesla Deutschland, Verband der Europäischen Automobilhersteller ACEA.