Der Winter bringt für Autofahrer zusätzliche Belastungen. Schnee, Eis und niedrige Temperaturen erhöhen den Energiebedarf. Bei Elektroautos wirkt sich das besonders stark aus. Heizung, Klimatisierung und Batteriepflege benötigen Strom. Messungen zeigen, dass die Reichweite vieler Stromer im Winter deutlich sinkt und Ladezeiten länger werden, wie auch bei E-Autos bei Frost deutlich wird. Bereits bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius steigt der Verbrauch spürbar. Ursache ist die Batterie. Sie arbeitet nur in einem begrenzten Temperaturfenster effizient. Der ADAC ermittelte bei Kurzstrecken und Frost einen durchschnittlichen Mehrverbrauch von 70 Prozent. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor liegt dieser Wert bei rund 15 Prozent. Der Grund ist einfach. Verbrenner nutzen Abwärme. Elektroautos müssen Energie aktiv in Wärme umwandeln. Weitere technische Hintergründe finden sich hier.
Inhaltsverzeichnis
- Volkswagen ID.5
- Tesla Model 3
- Peugeot e-208 und Fiat 500 Elektro
- Leapmotor T03 und Dacia Spring
- Mercedes CLA 350 4Matic EQ
- Volkswagen ID.7 Pro S und Skoda Elroq 85x
- Hyundai Ioniq 9
Volkswagen ID.5
Im ADAC-Test bei minus 7 Grad Celsius zeigte sich ein extremes Ergebnis. Der Verbrauch des VW ID.5 stieg um 107 Prozent. Die Reichweite halbierte sich nahezu. Damit gehört das Modell zu den schwächsten Vertretern bei Kälte. Der hohe Energiebedarf für Batterie und Innenraum wirkte sich direkt auf die nutzbare Distanz aus.
Tesla Model 3
Auch beim Tesla Model 3 fällt der Effekt deutlich aus. Der Energiebedarf stieg von 16,5 auf 28,5 kWh pro 100 Kilometer. Das entspricht einem Mehrverbrauch von 73 Prozent. Trotz moderner Technik verliert das Modell im Winter einen erheblichen Teil seiner Effizienz.
Peugeot e-208 und Fiat 500 Elektro
Der Peugeot e-208 verfügt über einen 54-kWh-Akku. Die Normreichweite liegt unter 350 Kilometern. Bei Temperaturen unter null Grad Celsius sinkt die reale Reichweite auf knapp über 200 Kilometer. Ähnlich verhält es sich beim Fiat 500 Elektro. Im Sommer sind etwa 320 Kilometer möglich. Im Winter werden mit vollem Akku nicht einmal 200 Kilometer erreicht. Hinzu kommt eine Ladeleistung von nur 85 kW.
Leapmotor T03 und Dacia Spring
Günstige Einstiegsmodelle sind besonders betroffen. Der Leapmotor T03 kostet 18.990 Euro und besitzt eine 37-kWh-Batterie. Unter dem Gefrierpunkt sind kaum mehr als 150 Kilometer realistisch. Der Dacia Spring startet bei rund 17.000 Euro. Der 24-kWh-Akku ermöglicht im WLTP-Zyklus 225 Kilometer. Im Winter fällt die Reichweite schnell in Richtung 100 Kilometer. Erschwerend kommt das einphasige Laden mit 3,7 kW hinzu.
Mercedes CLA 350 4Matic EQ
Neuere Modelle zeigen deutliche Fortschritte. Der Mercedes CLA 350 4Matic EQ kombiniert Allradantrieb mit 260 kW Leistung. Der Akku fasst 85 kWh. Die maximale Reichweite liegt bei 770 Kilometern. Selbst bei Kälte gelten über 450 Kilometer als realistisch. Geladen wird über 800-Volt-Technik. Mercedes setzt auf eine Multi-Source-Wärmepumpe. Sie benötigt nur ein Drittel der Energie eines klassischen Zuheizers.
Volkswagen ID.7 Pro S und Skoda Elroq 85x
Der VW ID.7 Pro S gilt als Reichweitenkönig aus Wolfsburg. Mit 86 kWh sind bis zu 708 Kilometer möglich. Auch im Winter bleiben mehr als 400 Kilometer erreichbar. Der Skoda Elroq 85x kombiniert Allradantrieb mit einer 82-kWh-Batterie. Die Normreichweite liegt bei 531 Kilometern. Bei Minusgraden sind rund 300 Kilometer realistisch.
Hyundai Ioniq 9
Das Topmodell von Hyundai setzt auf Größe und Kapazität. Der Akku fasst 110 kWh. Die Leistung beträgt 315 kW. Die maximale Reichweite liegt bei 600 Kilometern. Selbst bei Kälte bleiben 400 Kilometer oder mehr möglich. Das 800-Volt-Bordnetz sorgt für kurze Ladezeiten. Der Einstiegspreis liegt bei 85.900 Euro. Aspekte der kalten Jahreszeit betreffen Autofahrer insgesamt, etwa auch bei der Winterreifenpflicht.
Sinkende Temperaturen bleiben für Elektroautos eine Herausforderung. Große Akkus, effizientes Batteriemanagement und moderne Wärmepumpen reduzieren die Verluste deutlich. Dennoch zeigen Tests klare Unterschiede zwischen günstigen Einstiegsmodellen und aktuellen Reichweitenkönigen.
Quelle: FOCUS, MILEKCORP
FAQ
Warum sinkt die Reichweite von Elektroautos im Winter?
Bei niedrigen Temperaturen benötigt die Batterie zusätzliche Energie für Heizung, Klimatisierung und Batterietemperierung, wodurch der Stromverbrauch deutlich steigt.
Wie stark erhöht sich der Verbrauch von E-Autos bei Frost?
Messungen des ADAC zeigen, dass der Energieverbrauch bei Kurzstrecken und Minusgraden im Durchschnitt um rund 70 Prozent zunimmt.
Warum sind Elektroautos stärker betroffen als Verbrenner?
Elektroautos können keine Abwärme nutzen und müssen Energie aktiv in Wärme umwandeln, während Verbrennungsmotoren ihre Abwärme zum Heizen verwenden.
Welche E-Autos haben im Winter besonders geringe Reichweiten?
Modelle wie der Volkswagen ID.5, der Fiat 500 Elektro, der Leapmotor T03 und der Dacia Spring verlieren bei Kälte besonders viel Reichweite.
Welche Elektroautos gelten als wintertauglich?
Fahrzeuge mit großen Akkus und effizientem Batteriemanagement wie der Mercedes CLA 350 4Matic EQ, der Volkswagen ID.7 Pro S oder der Hyundai Ioniq 9 schneiden im Winter deutlich besser ab.
Warum dauert das Laden im Winter länger?
Bei kalten Temperaturen reduziert das Batteriemanagementsystem die Ladeleistung, um die Akkuzellen zu schützen, was die Ladezeit verlängert.
Welche Rolle spielt die Wärmepumpe im Winterbetrieb?
Moderne Wärmepumpen senken den Energiebedarf für die Innenraumheizung erheblich und tragen dazu bei, die Reichweite im Winter zu stabilisieren.
Ab welcher Temperatur arbeitet eine Batterie optimal?
Erst bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius kann eine Hochvoltbatterie ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten.