Doppelte Auspuffrohre eines Autos im Vergleich moderner Abgasreinigungstechnologien
Moderne Abgastechnik entscheidet, wie wirksam Fahrzeuge Schadstoffe reduzieren, Foto: Pixabay - Lizenz

Mercedes-Benz setzt derzeit den stärksten messbaren Maßstab bei der Effizienz elektrischer Fahrzeuge, während Toyota bei Vollhybriden und der Volkswagen-Konzern bei modernen Diesel- und Plug-in-Hybrid-Systemen besonders gute Ergebnisse erzielt. Einen eindeutigen Sieger für alle Antriebsarten gibt es jedoch nicht. Die Bewertung hängt davon ab, ob Auspuffschadstoffe, Energieverbrauch, CO₂-Bilanz oder Emissionen über den gesamten Lebenszyklus betrachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Wie sich erfolgreiche Emissionsminderung bewerten lässt

Aktuelle Prüfungen von ADAC und Green NCAP zeigen erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Modellen. Deshalb reicht der Blick auf das Markenlogo nicht aus. Entscheidend sind die konkrete Motorisierung, die Abgasnachbehandlung, das Gewicht und die Effizienz des Antriebs. Auch neue Abgasnormen verändern den Autokauf zunehmend.

Die Hersteller verfolgen unterschiedliche Wege. Einige optimieren Katalysatoren und Partikelfilter. Andere setzen auf Vollhybride, Plug-in-Hybride oder besonders sparsame Elektroplattformen. Einen breiteren Überblick bieten die Technologien der deutschen Automobilindustrie.

Bei einem Benziner oder Diesel entstehen während der Fahrt Kohlenmonoxid, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Partikel. Katalysatoren und Filter sollen diese Stoffe möglichst vollständig umwandeln oder zurückhalten. Der Kraftstoffverbrauch bestimmt zusätzlich den direkten CO₂-Ausstoß.

Elektroautos erzeugen am Fahrzeug keinen Auspuffausstoß. Sie verursachen dennoch Emissionen bei der Stromerzeugung, Fahrzeugproduktion und Batterieherstellung. Hinzu kommen Partikel von Reifen und Bremsen. Rekuperation kann den mechanischen Bremsabrieb deutlich verringern, beseitigt ihn aber nicht vollständig. Die Vorteile und realen Grenzen von Elektroautos müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

Eine Marke ist nur dann technisch erfolgreich, wenn niedrige Emissionen auch bei Kälte, hoher Last, Autobahnfahrt und zunehmendem Fahrzeugalter erreicht werden. Gute Laborwerte allein reichen nicht. Aussagekräftiger sind standardisierte Prüfstandsmessungen zusammen mit Fahrten auf öffentlichen Straßen.

Welche Antriebstechnik passt zu Ihrem Alltag?

Wählen Sie Ihr typisches Fahrprofil. Der Schnelltest zeigt, welche Technik besonders sinnvoll sein kann.

Seit 2025 berücksichtigt Green NCAP den Lebenszyklus stärker in seiner regulären Bewertung. Die Ergebnisse neuer Prüfungen sind deshalb nicht direkt mit älteren Jahrgängen vergleichbar. Der ADAC beendete seinen bisherigen Ecotest mit dem Testjahr 2025. Seit 2026 übernimmt Green NCAP eine umfassendere Umweltbewertung.

  • Der Schadstoffwert zeigt die Wirksamkeit von Katalysatoren und Filtern.
  • Der Energieverbrauch beeinflusst Reichweite, Kraftstoffbedarf und CO₂-Bilanz.
  • Das Fahrzeuggewicht wirkt sich auf Verbrauch und Reifenabrieb aus.
  • Die elektrische Reichweite bestimmt die Umweltwirkung eines Plug-in-Hybrids.
  • Produktion und Energieversorgung gewinnen in neuen Bewertungen an Bedeutung.

Mercedes-Benz setzt bei Elektroeffizienz den Maßstab

Mercedes-Benz liefert derzeit die deutlichsten Einzelergebnisse unter den untersuchten Marken. Der elektrische Mercedes CLA 250+ erreichte im ADAC Ecotest 2025 insgesamt 110 Punkte. Das war die beste Bewertung seit Einführung des damaligen Messverfahrens.

Der gemessene Energieverbrauch lag bei 13,4 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Daraus errechnete der ADAC eine Well-to-Wheel-Bilanz von 67 Gramm CO₂ je Kilometer. Der Wert umfasste neben dem Fahrzeugbetrieb auch die Emissionen der Strombereitstellung nach der verwendeten ADAC-Methode.

Der elektrische Mercedes CLA verbindet einen sehr effizienten Antrieb mit günstiger Aerodynamik und zeigt damit, dass eine hohe Reichweite nicht allein durch eine besonders große Batterie entstehen muss.

Green NCAP bestätigte die starke Position im Juni 2026. Der CLA 250+ mit EQ-Technologie erreichte fünf Sterne und eine Gesamtbewertung von 91 Prozent. Positiv bewertet wurden der geringe Energiebedarf, die Aerodynamik, das Wärmepumpensystem und die Rekuperation. Die hohe Fahrzeugmasse belastete dagegen die Bewertung des Reifenabriebs.

Mercedes-Benz besitzt zudem Erfahrung mit aufwendiger Abgasnachbehandlung bei Dieselmotoren. Beim OM-654-Konzept befinden sich wichtige Komponenten nah am Motor. Das Abgas durchläuft einen Oxidationskatalysator, einen beschichteten Dieselpartikelfilter und eine weitere SCR-Stufe. Die motornahe Anordnung hilft, die erforderliche Temperatur schneller zu erreichen.

Damit ist Mercedes-Benz sowohl bei elektrischer Effizienz als auch bei technisch komplexen Dieselsystemen stark aufgestellt. Die derzeit überzeugendsten unabhängigen Ergebnisse stammen jedoch eindeutig aus der elektrischen CLA-Baureihe.

Auspuff eines Autos im Winter im Kontext moderner Abgasreinigungstechnologien
Bei niedrigen Temperaturen muss die Abgasreinigung besonders schnell ihre wirksame Betriebstemperatur erreichen, Foto: Pixabay - Lizenz

Volkswagen, Škoda und Audi stärken die Abgasnachbehandlung

Der Volkswagen-Konzern erzielt besonders gute Ergebnisse bei der Reinigung moderner Verbrennungsmotoren. Eine wichtige Entwicklung ist das Twin-Dosing-System. Dabei arbeiten zwei SCR-Katalysatoren mit getrennten AdBlue-Einspritzungen in unterschiedlichen Temperaturbereichen.

Der erste Katalysator sitzt näher am Motor und wird schneller warm. Der zweite befindet sich weiter hinten im Abgasstrang. Dort bleiben die Temperaturen bei hoher Motorlast häufig günstiger. Diese Aufteilung erweitert den Bereich, in dem Stickoxide wirksam umgewandelt werden können.

Volkswagen erklärte bei der Einführung der Technik, dass Twin Dosing den Stickoxidausstoß gegenüber dem jeweiligen Vorgängermotor erheblich reduzieren könne. Entscheidend ist allerdings das Ergebnis des vollständigen Fahrzeugs und nicht allein die technische Beschreibung des Herstellers.

Der Škoda Octavia Combi 2.0 TDI wurde im ADAC Ecotest 2025 zum besten getesteten Diesel. Er erreichte 83 Gesamtpunkte und vier Sterne. Der gemessene Verbrauch lag bei 4,9 Litern je 100 Kilometer. Im Bereich Schadstoffe erhielt das Modell die maximalen 50 Punkte.

Das Ergebnis des Škoda Octavia zeigt, dass ein moderner Diesel mit konsequent abgestimmter Abgasnachbehandlung sehr niedrige Schadstoffwerte erreichen kann. Seine CO₂-Bilanz bleibt wegen des verbrannten Kraftstoffs dennoch ungünstiger als bei einem besonders effizienten Elektroauto mit dem im Test verwendeten Strommix.

Audi überzeugte im selben Testjahr mit dem A3 Sportback als Plug-in-Hybrid. Das Modell erreichte 87 Gesamtpunkte. Der ADAC ermittelte 17,7 Kilowattstunden Strom und 0,35 Liter Benzin je 100 Kilometer innerhalb seines Prüfablaufs. Die hohe elektrische Testreichweite von rund 140 Kilometern begrenzte den Einsatz des Benzinmotors.

Diese Werte gelten nur bei regelmäßig geladener Batterie. Wird ein Plug-in-Hybrid überwiegend mit leerem Akku gefahren, steigt der Kraftstoffverbrauch deutlich. Käufer sollten deshalb die Unterschiede zwischen den Hybridkonzepten vor der Entscheidung genau prüfen.

Toyota bleibt bei sparsamen Vollhybriden besonders stark

Toyota verfolgt seit vielen Jahren einen anderen Schwerpunkt. Die Marke kombiniert Benzinmotoren mit leistungsverzweigten Vollhybridsystemen. Der Verbrennungsmotor kann in günstigen Lastbereichen arbeiten und im Stadtverkehr häufiger abgeschaltet werden. Beim Verzögern wird ein Teil der Bewegungsenergie zurückgewonnen.

Im ADAC Ecotest 2025 war der Toyota Yaris Hybrid das beste getestete Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Der Verbrauch lag bei 4,9 Litern Benzin je 100 Kilometer. Im Schadstoffkapitel erreichte der Kleinwagen 49 von 50 möglichen Punkten.

Green NCAP hatte bereits bei früheren Prüfungen des Yaris sehr niedrige Werte für Stickoxide und Kohlenmonoxid festgestellt. Auch die Partikelzahl wurde wirksam begrenzt. Die Ergebnisse zeigen, dass ein kompakter Vollhybrid im Stadt- und Mischverkehr eine technisch sinnvolle Lösung sein kann.

Toyotas Stärke liegt weniger in einer einzelnen spektakulären Abgaskomponente als in der konsequenten Abstimmung von Benzinmotor, Elektromotor, Energiemanagement und konventioneller Abgasreinigung.

Der Vorteil fällt besonders auf Strecken mit häufigem Bremsen und Beschleunigen auf. Auf langen Autobahnfahrten sinkt der Hybridanteil. Dann bestimmen vor allem Aerodynamik, Geschwindigkeit und Wirkungsgrad des Benzinmotors den Verbrauch.

Toyota gehört damit zu den erfolgreichsten Marken bei Vollhybriden ohne Ladestecker. Ein direkter Vergleich mit einem Elektroauto bleibt schwierig, weil beide Konzepte unterschiedliche Emissionsquellen besitzen.

Hyundai, Renault und BMW überzeugen in einzelnen Disziplinen

Hyundai fällt durch mehrere effiziente Elektrofahrzeuge auf. Der Hyundai Inster erreichte im ADAC Ecotest 2025 den dritten Platz. Er kam auf 105 Punkte und einen gemessenen Energieverbrauch von 15,9 Kilowattstunden je 100 Kilometer.

Auch der Hyundai Ioniq 6 gehört wegen seiner günstigen Aerodynamik regelmäßig zu den sparsameren Elektroautos. Im aktualisierten ADAC Autotest vom Juli 2026 benötigte die Variante mit 84-Kilowattstunden-Batterie 17,0 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Der Wert wurde bereits nach dem 2026 angepassten Testverfahren ermittelt und darf daher nicht direkt mit älteren ADAC-Werten vermischt werden.

Renault punktet mit leichten und kompakten Elektroplattformen. Green NCAP zeichnete den Renault 5 E-Tech 2026 mit fünf Sternen aus. Das Modell erreichte 9,1 von 10 Punkten im Bereich saubere Luft und 9,3 Punkte bei der Energieeffizienz. Auch der Renault 4 erzielte fünf Sterne und einen hohen Wert beim Reifenabrieb.

BMW erzielt ebenfalls starke Ergebnisse, besonders bei Reichweite und elektrischer Antriebstechnik. Der BMW iX3 50 xDrive erreichte im ADAC Test vom Juli 2026 eine gemessene Reichweite von 669 Kilometern. Sein Verbrauch lag bei 18,3 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Damit war er reichweitenstark, aber weniger sparsam als die getesteten CLA-Varianten.

Bei Dieselfahrzeugen setzte BMW bereits früh auf mehrstufige Systeme aus Dieselpartikelfilter, NOx-Speicherkatalysator und SCR-Katalysator. Die Wirksamkeit hängt wie bei allen Herstellern von der konkreten Motorisierung, der Temperaturführung und der Softwarekalibrierung ab.

Marke oder Konzern Besondere Stärke Unabhängiger Hinweis Wichtige Einschränkung
Mercedes-Benz Effiziente Elektroplattformen und motornahe Dieselreinigung CLA mit 110 ADAC-Punkten im Jahr 2025 und 91 Prozent bei Green NCAP 2026 Hohe Masse kann Reifenabrieb und Produktionsaufwand erhöhen
Volkswagen-Konzern SCR-Twin-Dosing, saubere Diesel und leistungsfähige Plug-in-Hybride Škoda Octavia mit voller Schadstoffpunktzahl im ADAC Ecotest 2025 Plug-in-Hybride benötigen regelmäßiges Laden
Toyota Effiziente Vollhybride ohne externe Ladung Yaris Hybrid als bester Verbrenner im ADAC Ecotest 2025 Der Vorteil nimmt bei langen schnellen Autobahnfahrten ab
Hyundai Sparsame Elektroautos in mehreren Größenklassen Inster auf Platz drei im ADAC Ecotest 2025 Ergebnisse unterscheiden sich je nach Karosserie und Batterie
Renault Kompakte und vergleichsweise leichte Elektrofahrzeuge Fünf Green-NCAP-Sterne für Renault 5 und Renault 4 im Jahr 2026 Das Angebot deckt nicht jede Fahrzeugklasse gleich stark ab
BMW Reichweitenstarke Elektroautos und mehrstufige Dieselreinigung 669 Kilometer ADAC-Reichweite für den iX3 50 xDrive im Jahr 2026 Große und schwere Modelle benötigen mehr Energie

Welche Technik welche Emissionen reduziert

Die verschiedenen Systeme erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Partikelfilter kann Stickoxide nicht ersetzen. Ein SCR-Katalysator beseitigt wiederum keinen hohen CO₂-Ausstoß. Erst die Kombination aus effizienter Verbrennung, geeigneter Nachbehandlung und geringem Energiebedarf ergibt ein überzeugendes Gesamtbild.

Technologie Hauptaufgabe Typischer Einsatz Entscheidender Praxisfaktor
Drei-Wege-Katalysator Umwandlung von Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden Benzinmotoren mit geregeltem Kraftstoff-Luft-Verhältnis Schnelles Erreichen der Arbeitstemperatur
Otto-Partikelfilter Rückhalt feiner Partikel Vor allem Benzinmotoren mit Direkteinspritzung Regelmäßige Regeneration und korrekte Motorsteuerung
Dieselpartikelfilter Speicherung und Verbrennung von Rußpartikeln Moderne Dieselmotoren Ausreichende Abgastemperatur für die Regeneration
SCR mit AdBlue Reduktion von Stickoxiden zu Stickstoff und Wasser Diesel sowie einzelne Magerverbrennungskonzepte Temperaturfenster, Dosierung und Größe des Systems
Vollhybrid Senkung von Kraftstoffverbrauch und Motorlaufzeit Stadtverkehr und gemischte Fahrprofile Abstimmung von Motor, Generator, Batterie und Rekuperation
Batterieelektrischer Antrieb Vermeidung direkter Auspuffemissionen Alle Fahrzeugklassen Stromverbrauch, Gewicht, Strommix und Batterieproduktion
Rekuperation Rückgewinnung von Bewegungsenergie und Verringerung des Bremsabriebs Elektroautos und Hybridfahrzeuge Fahrstrategie und verfügbare Batterieladung

Bei Dieselfahrzeugen ist eine motornahe Anordnung besonders wichtig. Katalysatoren arbeiten erst innerhalb geeigneter Temperaturbereiche zuverlässig. Lange Rohrwege können die Erwärmung verzögern. Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW und der Volkswagen-Konzern nutzen deshalb kompakte oder mehrstufige Systeme.

Bei Elektroautos verschiebt sich der Wettbewerb. Entscheidend sind Wechselrichter, Elektromotor, Wärmemanagement, Aerodynamik und Software. Ein niedriger Verbrauch ermöglicht eine hohe Reichweite mit einer kleineren Batterie. Dadurch können Materialbedarf, Gewicht und Ladezeit sinken.

Welche Technik löst welches Emissionsproblem?

Die Tabelle ordnet die wichtigsten Systeme nach Einsatzgebiet und praktischer Wirkung.

Technik Reduziert vor allem Besonders passend für Starke Markenbeispiele Darauf achten
SCR mit AdBlue Stickoxide bei Dieselmotoren Regelmäßige Langstrecken Volkswagen-Konzern, Mercedes-Benz, BMW Temperaturführung und AdBlue-Versorgung
Vollhybrid Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr Stop-and-go und gemischte Strecken Toyota Vorteil sinkt bei hohem Autobahnanteil
Plug-in-Hybrid Kraftstoffverbrauch bei hohem Elektroanteil Pendler mit zuverlässiger Lademöglichkeit Audi und weitere Konzernmarken Regelmäßiges Laden ist unverzichtbar
Elektroantrieb Direkte Auspuffemissionen Fahrer mit planbarer Ladeinfrastruktur Mercedes-Benz, Hyundai, Renault, BMW Stromverbrauch, Masse und Batteriegröße
Partikelfilter Ruß und Feinstaubpartikel Benzin- und Dieselmotoren Markenübergreifend verbreitet Regeneration und korrektes Fahrprofil

Was Käufer vor der Entscheidung prüfen sollten

Ein gutes Markenergebnis kann nicht automatisch auf jedes Modell übertragen werden. Innerhalb einer Baureihe unterscheiden sich Antrieb, Reifen, Batterie, Leistung und Fahrzeuggewicht. Selbst Allradantrieb und große Räder können den Verbrauch messbar erhöhen.

Die folgenden Schritte helfen bei einer realistischen Auswahl.

  1. Die genaue Motor- oder Batterievariante des geprüften Modells feststellen.
  2. Unabhängige Messwerte mit der offiziellen WLTP-Angabe vergleichen.
  3. Bei Dieseln auf SCR-System, Partikelfilter und AdBlue-Versorgung achten.
  4. Bei Plug-in-Hybriden die elektrische Reichweite und eigene Lademöglichkeit prüfen.
  5. Bei Elektroautos Verbrauch, Ladeverluste und Winterreichweite berücksichtigen.
  6. Gewicht, Reifengröße und Fahrprofil in die Entscheidung einbeziehen.

Wer hauptsächlich kurze Strecken fährt, sollte einen modernen Diesel kritisch prüfen. Der Partikelfilter benötigt regelmäßig geeignete Bedingungen für die Regeneration. Ein Vollhybrid kann im Stadtverkehr besser passen. Bei eigener Lademöglichkeit bietet ein effizientes Elektroauto häufig die niedrigsten lokalen Emissionen.

Vielfahrer mit hohem Autobahnanteil müssen stärker auf Verbrauch bei höherem Tempo, Reichweite und Ladegeschwindigkeit achten. Für sie kann ein effizienter Elektroantrieb sinnvoll sein. Ein sauberer Diesel kann bei bestimmten Langstreckenprofilen weiterhin praktikabel bleiben.

Für die Kaufentscheidung zählt nicht die theoretisch aufwendigste Technik, sondern das System, das im eigenen Alltag regelmäßig unter günstigen Bedingungen genutzt wird.

KAUF-CHECK

Abgastechnik vor dem Autokauf prüfen

Haken Sie die Punkte ab, die Sie bereits geprüft haben.

0 von 6 erledigt
Beginnen Sie mit der genauen Motor- oder Batterievariante.

Euro 7 verändert die Entwicklungsziele der Marken

Die Verordnung EU 2024/1257 erweitert den Blick über klassische Auspuffemissionen hinaus. Euro 7 erfasst erstmals auch Bremsabrieb, Reifenabrieb und die Dauerhaltbarkeit von Fahrzeugbatterien. Für neue Pkw- und Transportertypen der Klassen M1 und N1 gelten die Anforderungen ab dem 29. November 2026.

Bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bleiben zentrale Auspuffgrenzwerte weitgehend am bisherigen Euro-6-Niveau. Die Anforderungen an Messbedingungen, Überwachung und Dauerhaltbarkeit werden jedoch erweitert. Dadurch müssen Abgas- und Diagnosesysteme länger zuverlässig funktionieren.

Auch Elektroautohersteller müssen reagieren. Schwere Fahrzeuge belasten Reifen stärker. Hohe Rekuperationsleistungen können dagegen den Einsatz der mechanischen Bremse reduzieren. Künftige Entwicklungsziele betreffen deshalb nicht nur Motoren, sondern auch Reifenkonstruktion, Bremssteuerung, Fahrzeugmasse und Batteriezustand.

Die neuen technischen Anforderungen für Fahrzeuge verstärken den Wettbewerb um leichte, effiziente und dauerhaft saubere Modelle. Hersteller mit gut abgestimmten Gesamtsystemen haben dabei einen Vorteil.

Nach den derzeit verfügbaren unabhängigen Prüfungen besitzt Mercedes-Benz den stärksten Gesamtbeleg bei elektrischer Effizienz. Der Volkswagen-Konzern überzeugt bei der Abgasnachbehandlung moderner Diesel und bei langen elektrischen Reichweiten von Plug-in-Hybriden. Toyota bleibt die Referenz unter den kompakten Vollhybriden. Hyundai und Renault erzielen mit effizienten Elektrofahrzeugen ebenfalls sehr gute Werte. BMW zeigt hohe technische Kompetenz, wird bei großen Modellen aber durch Gewicht und Energiebedarf begrenzt.

Wichtigste Punkte zum Merken

  • Ein markenweiter Sieger lässt sich aus einzelnen Modelltests nicht ableiten.
  • Mercedes-Benz setzt mit dem elektrischen CLA derzeit den Effizienzmaßstab.
  • Škoda und Volkswagen zeigen eine besonders wirksame Dieselreinigung.
  • Audi erzielt gute Plug-in-Hybrid-Werte bei regelmäßig geladener Batterie.
  • Toyota bleibt bei Vollhybriden ohne Ladestecker besonders stark.
  • Hyundai und Renault überzeugen mit sparsamen Elektrofahrzeugen.
  • BMW kombiniert mehrstufige Abgasreinigung mit reichweitenstarken Elektroantrieben.
  • Euro 7 berücksichtigt auch Bremsen, Reifen und Batteriedauerhaltbarkeit.
  • Modellvariante, Gewicht und Nutzung sind wichtiger als das Markenimage.

FAQ

Welche Automarke hat aktuell die beste Technik zur Emissionsminderung?

Mercedes-Benz liefert mit dem elektrischen CLA derzeit den stärksten unabhängig gemessenen Gesamtbeleg. Bei Vollhybriden ist Toyota besonders erfolgreich. Bei modernen Dieseln fallen Modelle aus dem Volkswagen-Konzern positiv auf.

Welcher Hersteller baut besonders saubere Dieselfahrzeuge?

Der Škoda Octavia 2.0 TDI erreichte im ADAC Ecotest 2025 die maximale Schadstoffpunktzahl. Volkswagen nutzt bei mehreren Dieselmotoren zwei SCR-Stufen. Auch Mercedes-Benz und BMW setzen auf mehrstufige Abgasnachbehandlung.

Sind Elektroautos vollständig emissionsfrei?

Am Fahrzeug entstehen keine Auspuffemissionen. Emissionen fallen jedoch bei Stromerzeugung, Produktion, Batterieherstellung sowie durch Reifen- und Bremsabrieb an. Effizienz und Fahrzeuggewicht bleiben deshalb wichtig.

Warum schneidet Toyota bei Hybriden gut ab?

Toyota stimmt Benzinmotor, Elektromotor, Generator, Batterie und Rekuperation sehr konsequent aufeinander ab. Der Yaris Hybrid verband im ADAC Ecotest 2025 einen niedrigen Verbrauch mit sehr guter Schadstoffreinigung.

Ist ein Plug-in-Hybrid immer emissionsarm?

Nein. Gute Werte entstehen vor allem bei regelmäßig geladener Batterie und hohem elektrischem Fahranteil. Bei häufig leerem Akku steigt der Kraftstoffverbrauch wegen des zusätzlichen Gewichts.

Was verändert Euro 7 für Elektroautos?

Euro 7 erfasst neben klassischen Auspuffschadstoffen auch Bremsabrieb, Reifenabrieb und Batteriedauerhaltbarkeit. Dadurch werden Gewicht, Rekuperation, Reifen und langfristige Batteriequalität wichtiger.

Die erfolgreichsten Marken reduzieren Emissionen nicht mit einer einzelnen Komponente, sondern durch das Zusammenspiel von Antrieb, Abgasnachbehandlung, Aerodynamik, Software und Gewicht. Mercedes-Benz führt derzeit bei der gemessenen Elektroeffizienz. Toyota überzeugt bei Vollhybriden. Der Volkswagen-Konzern erzielt besonders gute Ergebnisse bei modernen Diesel- und Plug-in-Hybrid-Systemen. Hyundai, Renault und BMW gehören in einzelnen Fahrzeugklassen ebenfalls zur Spitzengruppe.

Quelle: ADAC Ecotest 2025, ADAC Autotest Elektroautos vom 21. Juli 2026, Green NCAP Sustainability Ratings 2025 und 2026, Verordnung EU 2024/1257, Umweltbundesamt, Volkswagen Newsroom, Mercedes-Benz Group, BMW Group und Toyota Global Newsroom.