Caravan Salon 2025 Düsseldorf
Caravan Salon 2025 Düsseldorf, Foto: Pixabay

Die Caravan-Branche startet mit gemischten Ergebnissen in das Jahr 2025. Weniger Neuzulassungen, aber deutlich mehr Verkäufe von gebrauchten Fahrzeugen prägen den Markt. Zudem sorgt die geplante Führerscheinreform für neue Impulse und könnte die Nachfrage in den kommenden Jahren weiter steigern.

Inhaltsverzeichnis:

Wohnmobile mit mehr Privatkunden

Im ersten Halbjahr 2025 wurden 65.289 neue Freizeitfahrzeuge zugelassen, rund 3,5 Prozent weniger als 2024. Auffällig ist, dass vor allem private Käufer den Markt tragen. 32.760 neue Reisemobile gingen in private Hände, was fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr bedeutet. Besonders gefragt sind Modelle mit Bad und WC, wie Teilintegrierte, Integrierte und Kastenwagen.

Weniger erfolgreich sind hingegen kompakte Camper ohne Nasszelle. Hier liegt das Minus bei 19 Prozent. Ganz anders entwickelt sich der Caravan-Markt. Dort gingen die Zulassungen um rund 10 Prozent zurück, auf nur noch 13.462 Einheiten. Gründe sind unter anderem ein stabiler Gebrauchtmarkt sowie steigende laufende Kosten bei wenig genutzten Fahrzeugen.

Gebrauchtmarkt mit starkem Wachstum

121.096 Besitzumschreibungen in nur sieben Monaten belegen die Stärke des Gebrauchtmarktes. Bei Reisemobilen stieg die Zahl der Besitzerwechsel um 4,7 Prozent, bei Wohnwagen um 2,6 Prozent. Käufer profitieren von schneller Verfügbarkeit und vermeiden lange Wartezeiten auf Neufahrzeuge.

Das Preisniveau bleibt hoch. Besonders gepflegte Modelle mit kompletter Ausstattung erzielen weiterhin Spitzenpreise. Für viele Familien ist ein gebrauchtes Fahrzeug die günstigere und sofort nutzbare Alternative.

Zentrale Zahlen im Überblick

  1. Neuzulassungen gesamt: 65.289 (-3,5 Prozent)
  2. Neuzulassungen Reisemobile privat: 32.760 (+9,9 Prozent)
  3. Neuzulassungen Caravans: 13.462 (-10 Prozent)
  4. Besitzumschreibungen gesamt: 121.096 (+3,8 Prozent)

Wirtschaftskraft durch Caravaning

2024 wurden in Deutschland 55 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen gezählt, zusätzlich 19 Millionen Nächte außerhalb offizieller Plätze. Daraus ergab sich ein Umsatz von 20,8 Milliarden Euro. 7,2 Milliarden Euro blieben direkt in den Regionen. Diese Zahlen zeigen die Bedeutung der Branche für Kommunen, Stellplatzbetreiber und den Handel.

Damit ist Caravaning längst nicht mehr nur Freizeittrend, sondern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Besonders Regionen mit starkem Campingangebot profitieren von dieser Entwicklung.

Führerscheinreform bringt neue Dynamik

Die geplante EU-Reform sieht vor, dass künftig Fahrzeuge bis 4,25 Tonnen mit dem B-Führerschein gefahren werden dürfen. Die bisherige Grenze von 3,5 Tonnen ist für moderne Reisemobile mit mehr Technik, Komfort und Sicherheit oft schnell erreicht.

Die neue Regelung könnte jungen Käufern und Familien den Einstieg erleichtern. Sie gilt als wichtiger Schritt, um nachhaltiges Reisen attraktiver zu machen. Vorgesehen ist entweder ein spezielles Training oder eine zusätzliche Prüfung, abhängig von der Umsetzung in den Mitgliedstaaten.

Caravan Salon 2025 in Düsseldorf

Vom 29. August bis 7. September 2025 findet in Düsseldorf der Caravan Salon statt. Die Messe gilt als wichtigste Plattform der Branche. 783 Aussteller präsentieren in 16 Hallen und auf dem Freigelände ihre neuesten Modelle und Produkte.

Besonders im Fokus stehen Fahrzeuge, die knapp unter oder über 4,25 Tonnen wiegen – vorbereitet auf die geplante Führerscheinänderung. Besucher können vom elektrischen Kastenwagen über neue Familiengrundrisse bis zu luxuriösen Linern mit Slide-Outs eine breite Vielfalt sehen.

Ein hoher Besucherandrang wird vor allem vom 5. bis 7. September erwartet. Die Anreise mit dem Auto ist nur mit vorab gebuchter Parkkarte möglich. Damit wird der Caravan Salon auch 2025 zum Schaufenster für eine Branche im Umbruch.

 Quelle: Focus, YouTube