BMW Innenraum mit moderner Fahrzeugtechnik zu neuen Anforderungen in Deutschland
Neue Technikpflichten rücken Assistenzsysteme, Software und Sicherheit stärker in den Blick. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

In Deutschland gelten für neue Fahrzeuge deutlich strengere technische Anforderungen, vor allem bei Assistenzsystemen, Software, Notruftechnik und Abgasüberwachung. Betroffen sind in erster Linie Neuwagen, neue Fahrzeugtypen sowie Pkw und leichte Nutzfahrzeuge der Klassen M1 und N1. Wer ein Auto kauft, verkauft oder zur Hauptuntersuchung bringt, sollte die neuen Vorgaben früh prüfen und die Angaben im Fahrzeugschein, im Kaufvertrag und in der Ausstattungsliste vergleichen. Die wichtigsten Änderungen kommen aus der EU-Sicherheitsverordnung 2019/2144, aus den UN-Regelungen zur Cybersicherheit und aus neuen Abgasvorgaben. Sie verändern den Alltag im Fahrzeug, aber sie machen ältere zugelassene Autos nicht automatisch unzulässig. Einen Überblick zu verwandten Themen bietet die Seite neue Regeln für Autos in Deutschland. Für Käufer ist außerdem wichtig, wie Fahrerassistenzsysteme im Alltag funktionieren.

Inhaltsverzeichnis

Was sich für Fahrer in Deutschland konkret ändert

Entscheidend ist der Unterschied zwischen neuer Typgenehmigung, Erstzulassung und bereits zugelassenem Fahrzeug. Viele Pflichten gelten zuerst für neue Fahrzeugtypen und später für alle neuen Zulassungen. Gebrauchtwagen müssen nicht nachträglich mit allen neuen Systemen ausgerüstet werden, solange sie nach ihrer ursprünglichen Genehmigung verkehrssicher sind und die Hauptuntersuchung bestehen.

Die neuen technischen Anforderungen betreffen nicht nur Hersteller. Sie treffen auch Käufer, Leasingnehmer, Fuhrparks, Werkstätten und Halter. Denn moderne Fahrzeuge werden stärker über Sensoren, Kameras, Steuergeräte und Software geregelt. Das Fahrzeug warnt, bremst, erkennt Tempozeichen, speichert bestimmte Unfalldaten und kommuniziert nach schweren Unfällen mit der Notrufstelle.

Technik-Check für Autofahrer in Deutschland mit neuen Anforderungen
Die wichtigsten Technikpunkte betreffen Assistenzsysteme, Software, Zulassung und Hauptuntersuchung.

Für Fahrer bedeutet das mehr Technik im Cockpit. Es bedeutet aber auch mehr Verantwortung beim Kauf. Wer einen Neuwagen bestellt, sollte nicht nur Motor, Reichweite und Preis vergleichen. Wichtig sind auch die vorgeschriebenen Assistenzsysteme, die Updatefähigkeit des Fahrzeugs, die Abgasnorm und die Frage, ob alle gesetzlichen Anforderungen für den geplanten Zulassungstermin erfüllt sind.

Ein Auto, das technisch nach altem Stand gebaut wurde, kann bei späterer Erstzulassung problematisch werden, wenn es die zu diesem Zeitpunkt geltenden Pflichtsysteme nicht erfüllt. Deshalb sollten Käufer bei Lagerfahrzeugen, Importfahrzeugen und Tageszulassungen genau nachfragen. Besonders relevant ist das bei Modellen, die kurz vor einem Stichtag produziert oder genehmigt wurden.

Auch beim Gebrauchtwagenkauf wird Technik wichtiger. Assistenzsysteme können teuer sein, wenn Sensoren beschädigt, Kameras falsch kalibriert oder Steuergeräte mit Fehlern gespeichert sind. Wer ein Alltagsauto sucht, sollte daher nicht nur auf Laufleistung und Karosserie achten, sondern auch die elektronische Ausstattung prüfen. Dazu passt der Ratgeber, wie man ein Gebrauchtwagen in Deutschland richtig prüfen kann.

Pflichtsysteme seit Juli 2024 bei neuen Fahrzeugen

Seit dem 7. Juli 2024 müssen viele neue Fahrzeuge in der EU mit zusätzlichen Sicherheitssystemen ausgerüstet sein. Die Grundlage ist die EU-Verordnung 2019/2144 über die allgemeine Fahrzeugsicherheit. Sie gilt unmittelbar in den Mitgliedstaaten und damit auch in Deutschland.

Zu den wichtigsten Systemen gehören Notbremsassistent, Notfall-Spurhalteassistent, Müdigkeitswarnung, intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Rückfahrassistent, Notbremslicht und Unfalldatenspeicher. Je nach Fahrzeugklasse kommen weitere Systeme hinzu. Bei schweren Nutzfahrzeugen und Bussen spielen Abbiegeassistenz und Kollisionswarnung eine besonders große Rolle.

Der intelligente Geschwindigkeitsassistent informiert den Fahrer über erkannte Tempolimits und warnt bei Überschreitung, er ersetzt aber nicht die Verantwortung des Fahrers. Das System kann übersteuerbar sein. Der Mensch bleibt verantwortlich für Geschwindigkeit, Abstand und Fahrweise.

Der Notbremsassistent soll in Gefahrensituationen automatisch bremsen oder den Bremsvorgang unterstützen. Die erste Stufe bezieht sich auf Fahrzeuge vor dem Auto. Die nächste Ausbaustufe erweitert den Schutz auf Fußgänger und Radfahrer. Das ist besonders in Städten, an Kreuzungen und bei unübersichtlichen Verkehrssituationen relevant.

  • Notbremsassistent erkennt kritische Annäherung an vorausfahrende oder stehende Fahrzeuge.
  • Notfall-Spurhalteassistent warnt und greift ein, wenn das Auto die Spur verlässt.
  • Müdigkeitswarnung bewertet Fahrverhalten und Aufmerksamkeit.
  • Rückfahrassistent hilft beim Erkennen von Personen und Hindernissen hinter dem Fahrzeug.
  • Unfalldatenspeicher hält bestimmte technische Daten rund um ein Unfallereignis fest.

Wichtig ist auch die Bedienung. Fahrer sollten vor der ersten längeren Fahrt prüfen, wie Warnungen angezeigt werden und wie sich einzelne Systeme einstellen lassen. Das ist keine Nebensache. Ein falsch verstandenes Warnsignal kann zu Unsicherheit führen. Ein richtig verstandenes System kann dagegen helfen, eine kritische Situation früher zu erkennen.

Mini-Quiz zu neuen Technikpflichten

Das Quiz prüft, ob die wichtigsten Punkte zu Assistenzsystemen, Software und Zulassung verstanden wurden.

1. Müssen ältere zugelassene Autos automatisch mit allen neuen Assistenzsystemen nachgerüstet werden?

2. Was ist beim Kauf eines Lagerfahrzeugs besonders wichtig?

3. Warum werden Software-Updates wichtiger?

4. Wer bleibt trotz Assistenzsystemen verantwortlich?

Neue Vorgaben ab 2026 für Notruf, Ablenkung und Fußgängerschutz

Ab 2026 kommen weitere Anforderungen hinzu. Für neu entwickelte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wird der Next Generation eCall relevant. Dieses Notrufsystem baut auf dem bekannten eCall auf, nutzt aber moderne Mobilfunktechnik. Für neue Typgenehmigungen der Klassen M1 und N1 gilt die Pflicht seit dem 1. Januar 2026. Für alle neuen Zulassungen dieser Klassen folgt die Pflicht ab dem 1. Januar 2027.

Next Generation eCall soll nach schweren Unfällen schneller und stabiler Daten an die Notrufstelle übermitteln. Dazu gehören Standortdaten und weitere Mindestinformationen, die Rettungskräften helfen können. Der Notruf kann automatisch ausgelöst werden, wenn das Fahrzeug einen schweren Unfall erkennt. Er kann auch manuell über die SOS-Taste gestartet werden.

Ab dem 7. Juli 2026 werden für die Erstzulassung neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge weitere Assistenzsysteme verbindlich. Dazu zählen ein Notbremsassistenzsystem zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern, ein Warnsystem bei nachlassender Konzentration des Fahrers und zusätzliche Vorgaben zum Kopfaufschlagschutz. Beim Notfall-Spurhalteassistenten greifen zudem erweiterte Fristen für Fahrzeuge mit hydraulischer Servolenkung.

Für Familien, Pendler und Vielfahrer ist diese Entwicklung praktisch bedeutsam. Moderne Fahrzeuge beobachten nicht nur die Umgebung, sondern zunehmend auch die Aufmerksamkeit am Steuer. Das kann bei langen Fahrten, Stauverkehr und Nachtfahrten helfen. Gleichzeitig müssen Fahrer wissen, dass solche Systeme Grenzen haben. Regen, Schnee, verschmutzte Sensoren oder schlechte Markierungen können die Erkennung beeinflussen.

Bei neuen Fahrzeugmodellen wird daher die Ausstattungsliste wichtiger. Wer verschiedene Modelle vergleicht, sollte Pflichtsysteme und optionale Systeme trennen. Pflicht bedeutet nicht automatisch, dass alle Hersteller die Funktionen gleich komfortabel umsetzen. Unterschiede gibt es bei Warnlogik, Anzeige, Empfindlichkeit und Bedienung. Eine Einordnung neuer Modelle findet sich auch im Überblick zu neuen Automodellen in Deutschland.

  1. Vor dem Kauf den geplanten Zulassungstermin mit dem Händler klären.
  2. Die Fahrzeugklasse und die Typgenehmigung prüfen lassen.
  3. Die serienmäßigen Assistenzsysteme schriftlich bestätigen lassen.
  4. Bei Importfahrzeugen die EU-Konformität genau kontrollieren.
  5. Nach Probefahrt die Bedienung der Warnsysteme bewerten.

Software, Cybersicherheit und Updates im modernen Auto

Autos sind heute vernetzte Systeme. Viele Funktionen hängen von Software ab. Dazu gehören Bremssysteme, Lenkunterstützung, Assistenzfunktionen, Infotainment, Ladefunktionen und teilweise auch die Diagnose. Deshalb gelten für Hersteller zusätzliche Anforderungen an Cybersicherheit und Software-Updates.

Die UN-Regelung Nr. 155 betrifft Cybersicherheit. Hersteller müssen Risiken erkennen, bewerten und beherrschen. Die UN-Regelung Nr. 156 betrifft Software-Update-Management. Updates müssen nachvollziehbar, sicher und kontrolliert erfolgen. Das ist besonders wichtig, wenn ein Update Funktionen verändert, die für Sicherheit, Abgasverhalten oder Typgenehmigung relevant sind.

Für Fahrer wird die Updatefähigkeit eines Autos zu einem Sicherheitsmerkmal. Ein modernes Fahrzeug sollte Updates nicht nur empfangen können, sondern auch klar anzeigen, was geändert wird. Werkstatt, Herstellerportal oder Fahrzeugdisplay müssen für den Halter verständlich bleiben. Wer Meldungen zu Updates dauerhaft ignoriert, kann im Einzelfall sicherheitsrelevante Verbesserungen verpassen.

Bei Gebrauchtwagen ist deshalb zu prüfen, ob Rückrufe erledigt wurden und ob Softwarestände aktuell sind. Das gilt besonders bei Fahrzeugen mit vielen Assistenzsystemen. Eine Kamera nach Frontscheibentausch, ein Radarsensor nach Parkschaden oder ein Steuergerät nach Reparatur kann neu kalibriert werden müssen. Bleibt das aus, funktioniert die Hilfe im Grenzfall nicht zuverlässig.

Auch Versicherungen und Werkstätten achten stärker auf elektronische Systeme. Reparaturen nach Unfällen betreffen nicht mehr nur Blech und Lack. Sensoren in Stoßfängern, Kameras in der Frontscheibe, Steuergeräte und Leitungen können betroffen sein. Dadurch steigen Aufwand und Prüfbedarf. Hintergründe zum Wandel der Technik erklärt der Beitrag über Technik im Autoalltag.

Abgasnormen Euro 6e und Euro 7 beim Autokauf

Neben der Sicherheitstechnik ändern sich auch die Umweltanforderungen. Für neu zugelassene Pkw gilt seit Januar 2026 die zweite Stufe der Abgasnorm Euro 6e. Sie ist ein Zwischenschritt zur Euro 7. Dabei geht es um realitätsnähere Messungen und strengere Anforderungen an die Übereinstimmung zwischen Prüfstand und realem Fahrbetrieb.

Euro 7 startet stufenweise. Für neue Typgenehmigungen von Pkw gilt sie ab dem 29. November 2026. Für alle neuen Pkw-Zulassungen folgt sie ab dem 29. November 2027. Die Norm bezieht künftig nicht nur klassische Abgase stärker ein, sondern auch Themen wie Bremsabrieb, Reifenabrieb und Überwachung im Fahrzeug. Grenzwerte und technische Umsetzungsdetails werden stufenweise relevant.

Für bereits zugelassene Fahrzeuge bedeutet Euro 7 kein automatisches Fahrverbot. Die Norm betrifft neue Typgenehmigungen und spätere Neuzulassungen. Trotzdem kann die Abgasnorm den Wiederverkaufswert beeinflussen, weil Käufer zunehmend auf Zulassungsfähigkeit, Umweltzonen, Verbrauchsdaten und langfristige Nutzbarkeit achten.

Beim Kauf eines Benziners, Diesels, Hybridfahrzeugs oder Elektroautos sollten Käufer die Emissionsklasse in den Fahrzeugpapieren prüfen. Bei Verbrennern ist wichtig, ob das Fahrzeug noch nach Euro 6e zugelassen werden kann oder bereits Euro 7 betrifft. Bei Elektroautos rücken andere Punkte in den Vordergrund, etwa Ladeleistung, Batteriezustand und Softwarepflege. Mehr dazu steht im Beitrag über Ladetechnik für E-Autos in Deutschland.

Hauptuntersuchung und Gebrauchtwagen vor dem Kauf

Die Hauptuntersuchung bleibt der zentrale technische Pflichttermin für zugelassene Fahrzeuge. Fahrzeuge mit blauer Plakette müssen 2026 zur HU. Nach bestandener Prüfung erhalten sie bei zweijährigem Prüfintervall die nächste Plakette für 2028. Die Plakette zeigt Monat und Jahr der nächsten Fälligkeit.

Diskutiert wurde auf EU-Ebene auch eine jährliche HU für ältere Autos. Diese Pläne sind nach dem Stand der Beratungen nicht als feste neue Pflicht für alle älteren Pkw in Deutschland zu behandeln. Für Halter bleibt deshalb wichtig, die bestehende Frist zu kennen und Mängel vor dem Termin zu beheben.

Technisch wird die HU anspruchsvoller, weil Fahrzeuge digitaler werden. Prüforganisationen müssen nicht nur Bremsen, Licht, Reifen und Abgaswerte betrachten. Sie müssen zunehmend auch elektronische Systeme, gespeicherte Fehler und sicherheitsrelevante Assistenzfunktionen einordnen. Das ist ein Grund, warum Werkstattunterlagen und erledigte Rückrufe für Halter wertvoller werden.

Beim Gebrauchtwagenkauf sollte der letzte HU-Bericht nicht nur vorhanden sein, sondern gelesen werden. Hinweise auf geringe Mängel, Ölverlust, Bremsverschleiß, Leuchtenfehler oder elektronische Fehlercodes können später teuer werden. Bei modernen Autos sollten Käufer zusätzlich prüfen, ob Assistenzsysteme nach Reparaturen neu kalibriert wurden.

  • HU-Bericht mit Datum und Mängelhinweisen prüfen.
  • Rückrufstatus über Hersteller, Werkstatt oder zuständige Stellen klären.
  • Sensoren, Kameras und Warnmeldungen bei der Probefahrt beobachten.
  • Softwarestand und Servicehistorie dokumentieren lassen.
  • Bei Elektroautos Batterie, Ladeanschluss und Ladehistorie prüfen.

Übersicht der wichtigsten Fristen

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Stichtage für Fahrer und Käufer. Sie ersetzt keine individuelle Prüfung des konkreten Fahrzeugs, hilft aber bei der Einordnung von Kauf, Zulassung und technischer Ausstattung.

Stichtag Bereich Was gilt Bedeutung für Fahrer
6. Juli 2022 Fahrzeugsicherheit Erste Stufe der EU-Sicherheitsverordnung für neue Fahrzeugtypen Neue Modelle wurden schrittweise mit Pflichttechnik geplant
7. Juli 2024 Assistenzsysteme Viele Pflichtsysteme für neue Zulassungen Beim Neuwagenkauf Ausstattung und Zulassungsdatum prüfen
1. Januar 2026 Abgas und Notruf Euro 6e Stufe 2 für neue Pkw-Zulassungen und NG eCall für neue Typgenehmigungen M1 und N1 Fahrzeugpapiere und technische Daten vergleichen
7. Juli 2026 Weitere Sicherheitssysteme Erweiterte Pflicht für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Besonders bei Bestellungen mit später Lieferung relevant
29. November 2026 Euro 7 Start für neue Typgenehmigungen von Pkw Neue Modelle können technisch anders ausgestattet sein
1. Januar 2027 NG eCall Pflicht für alle neuen Zulassungen der Klassen M1 und N1 Notruftechnik wird beim Neuwagen zur Pflichtausstattung

Technikvergleich für Käufer und Halter

Die neuen Anforderungen lassen sich am besten nach Kaufphase, Nutzung und Prüfung ordnen. Für private Fahrer ist nicht jede Herstellerpflicht direkt sichtbar. Spürbar wird sie aber beim Kaufgespräch, bei der Probefahrt, bei Werkstattbesuchen und bei der HU.

Technik-Ampel vor Kauf und Zulassung

Die Technik-Ampel zeigt, welche Punkte Fahrer je nach Situation sofort prüfen sollten. Sie ersetzt keine Werkstattprüfung, hilft aber bei der schnellen Einordnung vor Kauf, Zulassung oder Hauptuntersuchung.

Situation auswählen

Klicken Sie auf eine Fahrzeug-Situation. Danach erscheint eine kurze Einschätzung mit den wichtigsten Prüfpunkten.

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  • Unterlagen vor Entscheidung kontrollieren

 

Was Autofahrer jetzt prüfen sollten

Private Halter müssen ihr älteres Auto nicht pauschal umrüsten. Trotzdem lohnt eine technische Bestandsaufnahme. Funktionierende Bremsen, saubere Sensorflächen, intakte Beleuchtung, aktuelle Reifen und erledigte Rückrufe bleiben die Basis. Bei modernen Fahrzeugen kommt die digitale Wartung hinzu.

Vor längeren Fahrten ist eine kurze Kontrolle sinnvoll. Dazu gehören Reifendruck, Licht, Scheibenwischer, Warnwesten, Verbandskasten und Warndreieck. Bei Fahrzeugen mit Assistenzsystemen sollten auch Kamera- und Radarabdeckungen sauber sein. Schnee, Eis, Schmutz oder Folien können die Funktion beeinträchtigen.

Wer häufig mit Mietwagen, Firmenwagen oder Carsharing-Fahrzeugen unterwegs ist, sollte sich vor Fahrtbeginn mit den Warnsymbolen vertraut machen. Viele Systeme tragen je nach Hersteller unterschiedliche Namen. Die Grundfunktion ist ähnlich, die Bedienung aber nicht immer identisch.

Die neuen Technikregeln machen das Auto nicht selbstfahrend. Assistenz bleibt Assistenz. Fahrer müssen weiter beobachten, lenken, bremsen, Verkehrszeichen beachten und an die Straßenlage angepasst fahren. Das gilt auch dann, wenn ein Fahrzeug Spurführung, Abstand oder Geschwindigkeit unterstützt.

Für längere Strecken in Deutschland hilft eine einfache technische Vorbereitung. Route, Ladepunkte, Pausen und Wetterlage sollten zusammen gedacht werden. Besonders bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden ist die Ladeplanung Teil der Fahrzeugnutzung. Weitere Hinweise stehen im Beitrag über Mobilität mit dem Auto in Deutschland.

Ein digitaler Erinnerungsplan kann den Alltag erleichtern. Fahrer können HU-Monat, Reifenwechsel, Softwareprüfung, Versicherungsunterlagen, Serviceintervall und Rückrufkontrolle in einem Kalender erfassen. Das ersetzt keine Werkstatt, verhindert aber vergessene Termine und ungeprüfte Warnmeldungen.

Video: So funktioniert eCall im Auto

Das automatische Notrufsystem eCall gehört zu den technischen Sicherheitsfunktionen, die bei schweren Unfällen schnelle Hilfe ermöglichen sollen.

Das Video zeigt, wie eCall nach einem schweren Unfall automatisch eine Verbindung zur Notrufstelle herstellen kann. Quelle: ADAC, Kanal: ADAC.

Wichtigste Punkte zum Merken

  • Neue technische Anforderungen gelten vor allem für Neuwagen und neue Typgenehmigungen.
  • Bereits zugelassene Fahrzeuge werden nicht automatisch unzulässig.
  • Seit Juli 2024 sind mehrere Assistenzsysteme bei neuen Fahrzeugen Pflicht.
  • Ab 2026 kommen weitere Vorgaben für Notruftechnik, Ablenkungswarnung und Fußgängerschutz hinzu.
  • Software-Updates und Cybersicherheit werden Teil der Fahrzeugkonformität.
  • Euro 6e und Euro 7 sind beim Neuwagenkauf wichtig.
  • Bei Gebrauchtwagen zählen HU-Bericht, Rückrufstatus und Sensorzustand stärker als früher.
  • Assistenzsysteme unterstützen den Fahrer, übernehmen aber nicht seine Verantwortung.

FAQ

Müssen ältere Autos in Deutschland jetzt nachgerüstet werden?

Nein. Die neuen Pflichten betreffen vor allem neue Fahrzeugtypen und neue Zulassungen. Bereits zugelassene Fahrzeuge müssen nicht pauschal mit allen neuen Assistenzsystemen nachgerüstet werden. Sie müssen aber verkehrssicher bleiben und die Hauptuntersuchung bestehen.

Welche Systeme sind bei neuen Autos besonders wichtig?

Zu den zentralen Systemen gehören Notbremsassistent, Notfall-Spurhalteassistent, Müdigkeitswarnung, intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Rückfahrassistent, Notbremslicht und Unfalldatenspeicher. Ab 2026 kommen weitere Anforderungen für Fußgängerschutz, Ablenkungswarnung und Notruftechnik hinzu.

Was bedeutet der intelligente Geschwindigkeitsassistent für Fahrer?

Das System erkennt oder nutzt Informationen zu Tempolimits und warnt den Fahrer bei Überschreitung. Es kann je nach Ausführung optisch, akustisch oder haptisch reagieren. Der Fahrer bleibt verantwortlich und muss die Verkehrszeichen selbst beachten.

Wird Euro 7 für bestehende Autos zum Problem?

Euro 7 betrifft neue Typgenehmigungen und später alle neuen Zulassungen. Ein bereits zugelassenes Auto wird dadurch nicht automatisch unzulässig. Die Abgasnorm kann aber beim Wiederverkauf und bei Kaufentscheidungen eine Rolle spielen.

Warum werden Software-Updates beim Auto wichtiger?

Viele sicherheitsrelevante Funktionen hängen von Software ab. Updates können Fehler beheben, Funktionen stabilisieren oder gesetzliche Anforderungen absichern. Deshalb sollten Halter Updatehinweise ernst nehmen und bei unklaren Meldungen eine Werkstatt kontaktieren.

Was sollte vor dem Kauf eines Lagerfahrzeugs geprüft werden?

Wichtig sind das Datum der geplanten Erstzulassung, die Fahrzeugklasse, die Typgenehmigung, die Abgasnorm und die vorhandenen Pflichtsysteme. Käufer sollten sich technische Konformität und Ausstattung schriftlich bestätigen lassen.

Kompakte Einordnung

Die neuen technischen Anforderungen für Fahrzeuge in Deutschland betreffen vor allem Neuwagen, neue Typgenehmigungen und neue Zulassungen. Seit Juli 2024 sind mehrere Assistenzsysteme verpflichtend, ab 2026 folgen weitere Vorgaben für Notruftechnik, Ablenkungswarnung, Fußgängerschutz und Abgasnormen. Für bereits zugelassene Autos gibt es keine pauschale Nachrüstpflicht, sie müssen aber verkehrssicher bleiben. Käufer sollten Zulassungstermin, Fahrzeugklasse, Abgasnorm, Softwarestand und Assistenzsysteme vor Vertragsabschluss genau prüfen.

Die Entwicklung zeigt klar, wohin sich der Automarkt bewegt. Fahrzeuge werden sicherer, digitaler und stärker reguliert. Für Fahrer heißt das nicht, dass jedes alte Auto ersetzt werden muss. Es heißt aber, dass technische Daten, Softwarepflege und gesetzliche Stichtage beim Kauf und bei der Nutzung wichtiger werden.

Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Kraftfahrt-Bundesamt, Europäische Union, ADAC, TÜV-Verband, TÜV Nord, Umweltbundesamt, UNECE