Der Führerschein ist in Deutschland streng geregelt. Millionen Dokumente verlieren schrittweise ihre formale Gültigkeit. Gleichzeitig haben sich Fahrzeugklassen, Rechte älterer Fahrerlaubnisse und die Kosten der Ausbildung deutlich verändert. Wer Auto oder Lkw fährt, muss Umtauschfristen, Berechtigungen und finanzielle Folgen kennen. Die folgenden Informationen fassen zusammen, was aktuell wichtig ist.
Inhaltsverzeichnis
- EU-Führerschein Deutschland
- Führerscheinklasse 3 und Lkw bis 7,5 Tonnen
- Führerscheinklasse C1
- Kosten Führerschein Klasse B
EU-Führerschein Deutschland
Bis spätestens Anfang 2033 müssen alle Führerscheine umgetauscht werden, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Nach Angaben des ADAC betrifft das rund 43 Millionen Führerscheine. Darunter fallen etwa 15 Millionen Papierführerscheine, die bis Ende 1998 ausgegeben wurden, sowie rund 28 Millionen Scheckkartenführerscheine aus dem Zeitraum danach bis zum 18. Januar 2013. Weitere Hintergründe zu den europäischen Änderungen finden sich hier.
Maßgeblich für den Zeitpunkt des Umtauschs ist nicht das Ausstellungsjahr allein, sondern das Geburtsjahr der Inhaberin oder des Inhabers. Für jeden Jahrgang gelten feste Fristen. Der Umtausch erfolgt verpflichtend bei der zuständigen Führerscheinstelle. Das neue Dokument ist ein EU-einheitlicher Scheckkartenführerschein mit erhöhten Sicherheitsmerkmalen.
Der neue Führerschein hat eine begrenzte Laufzeit. Er ist exakt 15 Jahre gültig. Laut dem Staatsministerium Baden-Württemberg dient diese Befristung dazu, Foto und Namensangaben aktuell zu halten und neue Schutzmaßnahmen gegen Fälschungen einzuführen. Die Fahrerlaubnis selbst bleibt davon unberührt und gilt weiterhin lebenslang. Ein medizinischer Test ist nicht vorgeschrieben.
Wichtige Umtauschjahre nach Ausstellungsdatum
| Ausstellungsdatum | Spätester Umtausch |
|---|---|
| vor 19. Januar 2013 | 2028 |
| 2014 | 2029 |
| 2015 | 2030 |
| 2016 | 2031 |
| 2017 | 2032 |
Wer den Umtausch nicht fristgerecht vornimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es droht ein Verwarnungsgeld. Zusätzlich kann es im Ausland zu Problemen kommen, wenn mit einem abgelaufenen Dokument gefahren wird. Der Umtausch ist zudem nicht kostenlos.
Führerscheinklasse 3 und Lkw bis 7,5 Tonnen
Vor der EU-weiten Reform galten andere Regeln. Besitzer der alten Führerscheinklasse 3 durften mit ihrem Pkw-Führerschein auch Lkw bis 7.500 Kilogramm fahren. Das bestätigt das Kraftfahrt-Bundesamt. Zusätzlich waren Gespanne mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 12 Tonnen erlaubt.
Mit der Einführung des EU-Führerscheins im Jahr 1999 änderte sich das System grundlegend. Seitdem sind die Klassen klar getrennt. Pkw fallen unter die Klassen B und BE, Lkw unter die Klassen C. Das Recht, mit einem neuen Pkw-Führerschein 7,5-Tonner zu fahren, wurde abgeschafft. Diese Reformen setzen auch Fahrschulen unter Druck, mehr dazu hier.
Trotzdem behalten alte Rechte ihre Gültigkeit. Wer die Klasse 3 rechtmäßig erworben hat, darf diese Berechtigungen auch nach dem Umtausch weiter nutzen. Laut ADAC entstehen dadurch keine Nachteile. Betroffene dürfen weiterhin Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen sowie Gespanne bis 18,75 Tonnen fahren. Für Gespanne über 12 Tonnen gelten jedoch Fristen und verpflichtende Gesundheitsuntersuchungen.
Führerscheinklasse C1
Für neu ausgestellte Führerscheine gelten klare Vorgaben. Zum Führen eines Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 7.500 Kilogramm ist die Führerscheinklasse C1 erforderlich. Diese Regel gilt in Deutschland und in allen EU-Staaten.
Mit der Klasse C1 dürfen
- Lkw bis 7.500 Kilogramm
- bis zu 8 Personen zusätzlich zum Fahrer
- ein Anhänger bis 750 Kilogramm
geführt werden. Die Pkw-Klassen B und BE reichen dafür nicht aus. Mehrere EU-Führerscheinrichtlinien seit 1999 bilden die rechtliche Grundlage. Eine geplante vierte Richtlinie könnte künftig weitere Anpassungen bringen, unter anderem für Wohnmobile und Camper.
Kosten Führerschein Klasse B
Der Erwerb eines Pkw-Führerscheins ist deutlich teurer geworden. Nach einer Kostenrechnung des ADAC liegen die Gesamtkosten zwischen 2.500 und 4.500 Euro. Der genaue Betrag hängt von der Anzahl der Fahrstunden, dem Lernfortschritt und den Tarifen der Fahrschulen ab. Jede Fahrschule legt ihre Preise selbst fest. Hinweise zu einem günstigeren Führerschein sind daher für viele Fahrschüler relevant.
Die Grundgebühr umfasst den theoretischen Unterricht. Sie liegt zwischen 350 und 565 Euro. Enthalten sind zwölf Doppelstunden Grundstoff sowie zwei Doppelstunden Zusatzstoff. Einen großen Kostenanteil haben die praktischen Fahrstunden. Eine Fahrstunde dauert 45 Minuten und kostet etwa 55 bis 77 Euro. Manche Fahrschüler kommen mit 10 Stunden aus, andere benötigen bis zu 25.
Zusätzlich sind zwölf Sonderfahrten vorgeschrieben. Diese kosten je nach Region zwischen 60 und 95 Euro pro Einheit. Weitere Ausgaben entstehen für Lernmaterialien. Bücher, Online-Zugänge und Apps schlagen mit 88 bis 119 Euro zu Buche.
Prüfungen und Nebenkosten
Nach Abschluss der Ausbildung folgen die Prüfungen. Die theoretische Prüfung kostet bundesweit rund 25 Euro, die praktische etwa 130 Euro beim TÜV oder der DEKRA. Hinzu kommen ein Erste-Hilfe-Kurs, ein Sehtest, Gebühren für den Antrag bei der Straßenverkehrsbehörde sowie ein biometrisches Passfoto.
Rechnet man mit niedrigen Einzelpreisen und etwa 15 Fahrstunden, sind rund 2.500 Euro realistisch. Bei hohen Tarifen und 25 Fahrstunden können es über 4.500 Euro werden. Wer eine Prüfung nicht besteht, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Erneute Prüfungsgebühren und weitere Fahrstunden erhöhen den Gesamtbetrag deutlich.
Am Ende berechtigt die Führerscheinklasse B zum Führen von Pkw und bestimmten Anhängern. Die finanziellen, rechtlichen und zeitlichen Anforderungen sind heute höher als früher. Umso wichtiger ist es, Fristen einzuhalten, Klassen richtig zuzuordnen und Kosten realistisch einzuplanen.
FAQ
Wer muss den Führerschein in Deutschland umtauschen?
Alle Personen, deren Auto- oder Motorradführerschein vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, sind gesetzlich verpflichtet, diesen bis spätestens Anfang 2033 gegen den neuen EU-Führerschein umzutauschen.
Wie lange ist der neue EU-Führerschein gültig?
Der neue EU-Scheckkartenführerschein ist 15 Jahre gültig. Nach Ablauf dieser Frist muss lediglich das Dokument erneuert werden, die Fahrerlaubnis selbst bleibt lebenslang bestehen.
Was passiert, wenn der Führerschein nicht rechtzeitig umgetauscht wird?
Wer den Umtausch versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen. Zusätzlich kann es im Ausland zu Problemen bei Verkehrskontrollen kommen.
Dürfen Inhaber der Führerscheinklasse 3 weiterhin 7,5-Tonner fahren?
Ja, wer die alte Führerscheinklasse 3 rechtmäßig erworben hat, darf auch nach dem Umtausch weiterhin Fahrzeuge bis 7.500 Kilogramm sowie bestimmte schwere Gespanne fahren.
Welche Führerscheinklasse ist für einen Lkw bis 7,5 Tonnen erforderlich?
Für neu ausgestellte Führerscheine ist zum Führen eines Lkw bis 7.500 Kilogramm die Führerscheinklasse C1 erforderlich. Mit der Pkw-Klasse B oder BE ist dies nicht erlaubt.
Wie hoch sind die Kosten für den Führerschein der Klasse B?
Die Gesamtkosten für den Pkw-Führerschein der Klasse B liegen je nach Fahrschule, Anzahl der Fahrstunden und Region zwischen etwa 2.500 und 4.500 Euro.
Welche Kosten entstehen bei Nichtbestehen der Prüfung?
Bei Nichtbestehen der theoretischen oder praktischen Prüfung fallen zusätzliche Prüfungsgebühren sowie weitere Fahrstunden an, was die Gesamtkosten deutlich erhöhen kann.
Ist für den Führerschein-Umtausch ein Gesundheitscheck notwendig?
Nein, für den Umtausch eines alten Führerscheins in den neuen EU-Führerschein ist kein Gesundheits- oder Sehtest erforderlich.
Quelle: KA-NEWS, SN2 WORLD