Die Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge in Deutschland steht vor dem Ende. Ab dem 1. Januar 2026 sollen neu zugelassene Elektroautos wieder regulär besteuert werden. Damit entfällt ein zentraler Anreiz für den Kauf von E-Fahrzeugen. Schon jetzt warnen Fachleute vor möglichen Folgen für die Elektromobilität.
Inhaltsverzeichnis:
- Die aktuelle Regelung seit 2011
- Politische Unsicherheit bei der Entscheidung
- Besonders betroffen sind große Modelle
- Auswirkungen auf den Markt
Die aktuelle Regelung seit 2011
Seit Mai 2011 gilt eine klare Steuerbefreiung. Wer ein Elektroauto bis zum 31. Dezember 2025 anmeldet, zahlt bis zu zehn Jahre keine Kfz-Steuer, längstens bis Ende 2030. Die Befreiung bleibt auch nach einem Halterwechsel bestehen. Damit war die Regelung in den vergangenen Jahren ein starkes Kaufargument, neben staatlichen Kaufprämien und niedrigeren Dienstwagenabgaben.
Ab 2026 endet diese Steuerfreiheit für Neuzulassungen. Dann werden vollelektrische Fahrzeuge abhängig vom Gewicht besteuert. Das Schema sieht so aus:
| Gewichtsklasse | Steuer pro 200 kg | Beispielkosten pro Jahr |
|---|---|---|
| bis 2000 kg | 5,63 € | BMW i3 (1630 kg) ca. 50 € |
| 2001–3000 kg | 6,01 € | Volkswagen ID. Buzz über 120 € |
| 3001–3500 kg | 6,39 € | Tesla Model X, Mercedes EQS SUV über 150 € |
Politische Unsicherheit bei der Entscheidung
Im Koalitionsvertrag wurde ursprünglich vereinbart, die Befreiung bis 2035 zu verlängern. Die aktuelle Haushaltslage macht das jedoch fraglich. Finanzminister Lars Klingbeil prüft neue Einnahmequellen. Eine endgültige Entscheidung soll beim geplanten Autodialog zwischen Politik, Industrie und Gewerkschaften fallen.
Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) weist darauf hin, dass Steuererleichterungen zwar nützlich sind, jedoch allein nicht ausreichen. Wichtig seien vor allem erschwingliche Anschaffungskosten, niedrige Strompreise und eine zuverlässige Ladeinfrastruktur.
Besonders betroffen sind große Modelle
Da die Steuerlast am Gewicht hängt, geraten vor allem schwere Premium-Elektroautos ins Visier. Dazu gehören:
- Tesla Model Y und Model X
- Mercedes EQS und EQE SUV
- BMW iX und iX3
- Volkswagen ID. Buzz
Deutlich geringer ist die Belastung bei kleineren Wagen wie Renault Zoe, Volkswagen ID.3 oder Fiat 500e.
Die Regelung sorgt für ein Paradox. Vollelektrische Fahrzeuge könnten künftig teurer besteuert werden als Plug-in-Hybride. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, warnt vor Kaufzurückhaltung und Verunsicherung, sollte dieser Widerspruch nicht gelöst werden.
Auswirkungen auf den Markt
Erfahrungen aus den Jahren 2021 bis 2023 zeigen, wie sensibel der Markt reagiert. Vor Kürzungen der Kaufprämie kam es regelmäßig zu einem Ansturm auf E-Autos, gefolgt von Einbrüchen nach der Änderung. Ein ähnlicher Effekt ist auch Ende 2025 zu erwarten, kurz vor dem Auslaufen der Steuerfreiheit.
Damit rückt ein entscheidender Punkt näher. Die Steuerfrage entscheidet nicht nur über hunderte Euro pro Jahr, sondern auch über die Dynamik der Elektromobilität in Deutschland.
Quelle: FOCUS, YouTube