Digitale Fahrzeugpapiere direkt aufs Smartphone
Digitale Fahrzeugpapiere direkt aufs Smartphone, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Seit Kurzem können Autofahrer in Deutschland ihren Fahrzeugschein digital auf dem Handy speichern. Das Bundesverkehrsministerium hat gemeinsam mit dem Bundesdigitalministerium und dem Kraftfahrt-Bundesamt die i-Kfz-App freigeschaltet. Sie ermöglicht den Zugriff auf wichtige Fahrzeugdokumente direkt über das Smartphone.

Inhaltsverzeichnis:

Bundesminister Patrick Schnieder und Karsten Wildberger starten App

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger stellten die neue i-Kfz-App zusammen mit Richard Damm, Präsident des Kraftfahrt-Bundesamts, vor. Die Anwendung soll den Fahrzeugschein „einfach, sicher und jederzeit greifbar“ machen, heißt es auf der Website des Ministeriums.

Bereits Ende April begann eine Testphase mit 2.500 Teilnehmenden. Die Plätze waren innerhalb weniger Tage vergeben. Nun steht die App bundesweit zur Verfügung.

Autobesitzer benötigen für die Nutzung ein Smartphone und einen Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion. Laut einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb hatten im Jahr 2024 nur 35 % der Deutschen diese Funktion aktiviert. Nur jeder Fünfte nutzte sie bislang tatsächlich, ergab der eGovernment Monitor 2024.

Auch Verbraucherschützer Oliver Buttler sieht Herausforderungen: Er betonte, dass es einige Zeit dauern werde, bis sich die neue App bei der Bevölkerung durchsetzt.

Nutzung über Ausweis oder QR-Code

Der digitale Fahrzeugschein kann über zwei Wege aktiviert werden:

  1. über die Online-Funktion des Personalausweises oder
  2. über einen QR-Code von der Zulassungsstelle.

Wer sein Fahrzeug auf den eigenen Namen angemeldet hat, kann die digitale Version direkt über die i-Kfz-App herunterladen. Alternativ ist der QR-Code in der Zulassungsstelle erhältlich oder kann online beantragt werden.

Nutzerinnen und Nutzer können den Fahrzeugschein auch mit anderen Personen teilen, wenn mehrere Menschen das gleiche Fahrzeug nutzen. Dazu wird ein QR-Code oder ein Link erzeugt, der von der anderen Person gescannt oder in der App geöffnet wird. Es lässt sich zudem eine zeitliche Begrenzung festlegen, etwa wenn das Fahrzeug nur kurzzeitig verliehen wird.

Mehr zu aktuellen Entwicklungen bei deutschen Fahrzeugherstellern finden Sie unter diesem Bericht über Mercedes-Benz.

Weitere Funktionen der i-Kfz-App

Neben dem digitalen Fahrzeugschein bietet die Anwendung zusätzliche Dienste. Autofahrer können Fahrzeuge online an-, ab- und ummelden. Auch Erinnerungsfunktionen sind integriert, etwa für die Hauptuntersuchung (HU) oder Werkstatttermine.

Das Verkehrsministerium plant, bis Ende 2026 auch den nationalen digitalen Führerschein einzuführen. EU-weit soll die vollständige Digitalisierung des Führerscheins bis 2030 erfolgen. Informationen zu den neuen europäischen Regelungen sind unter diesem Link abrufbar.

Franz Henke vom Polizeipräsidium Karlsruhe erklärt, dass sich die Polizei auf neue Kontrollmethoden vorbereitet. Fahrerinnen und Fahrer müssen in der App navigieren, um zu zeigen, dass es sich um eine aktive Anwendung und keinen Screenshot handelt.

Papier bleibt bei Auslandsfahrten Pflicht

Wer ins Ausland fährt, muss weiterhin den klassischen Fahrzeugschein in Papierform mitführen. Die digitale Version gilt derzeit nur innerhalb Deutschlands. Die Polizei in Mainz empfiehlt zudem, während der Übergangszeit zusätzlich das Originaldokument mitzuführen.

Die Einführung der i-Kfz-App ist Teil der umfassenden Digitalisierung der Fahrzeugverwaltung in Deutschland. Damit folgt das Land einem europaweiten Trend, der auf vereinfachte Verfahren und weniger Bürokratie setzt. Mehr über die fortschreitende Digitalisierung im Straßenverkehr erfahren Sie hier.

Quelle: SWR